9449: Der Unterschied zwischen der Zakah und der Sadaqa


Was ist der Unterschied zwischen Zakah und Sadaqa?

تم النشر بتاريخ: 2016-12-03

Alles Lob gebührt Allah.

Zakah bedeutet linguistisch: Wachstum, Zunahme, Segen und Reinigung.

Siehe: „Lisaan Al-‘Arab“ (14/358) und „Fath Al-Qadir“ (2/399).

Sadaqa wird linguistisch von „Sidq“ (Ehrlichkeit) abgeleitet, denn es ist ein Beweis für die Ehrlichkeit im Glauben desjenigen, der sie entrichtet.

Siehe: „Fath Al-Qadir“ (2/399).

Somit bedeutet es, mit der Zakah Allah, der Mächtige und Gewaltige, anzubeten, indem man die verschiedenen Arten der Zakah für diejenigen abgibt, die darauf Anspruch haben, entsprechend dem, was die islamische Gesetzgebung darüber dargelegt hat.

Und die Sadaqa bedeutet, dass man Allah anbetet, indem man das Geld spendet, ohne dass die islamische Gesetzgebung dies verpflichtet hat. Die obligatorische Zakah wird auch mal als Sadaqa bezeichnet.

Was den Unterschied zwischen der Zakah und der Sadaqa angeht, so ist sie folgendermaßen:

1.      Der Islam verpflichtet die Zakah für bestimmten Dingen, diese sind: Gold, Silber, Saatgut, Früchte, Hab und Gut für den Handel und Vierfüßler, welche Kamele, Kühe und Schafe sind.

Die Sadaqa aber ist für keine bestimmte Sache verpflichtend. Vielmehr kann man darin, ohne Einschränkung, großzügig sein.

2.      Die Zakah hat Bedingungen, wie das Zakah-Jahr und die Mindestsumme, außerdem hat sie ein festgesetztes Maß, in Bezug auf das Vermögen.

Die Sadaqa aber hat keine Bedingungen, so dass man sie zu jeder Zeit und in jedem Maß entrichten kann.

3.      Allah hat verpflichtet, dass die Zakah für bestimmte Arten (von Menschen) entrichtet werden muss. So ist es nicht erlaubt, dass sie für andere gegeben wird. Diese sind diejenigen, die in folgender Aussage Allahs, erhaben sei Er, erwähnt werden:

„Die Almosen sind nur für die Armen, die Bedürftigen, diejenigen, die damit beschäftigt sind, diejenigen, deren Herzen vertraut gemacht werden sollen, (den Loskauf von) Sklaven, die Verschuldeten, auf Allahs Weg und (für) den Sohn des Weges, als Verpflichtung von Allah. Allah ist Allwissend und Allweise.“

[At-Tauba 9:60]

Was die Sadaqa betrifft, so ist es erlaubt sie für diejenigen zu entrichten, die im Zakah-Vers erwähnt wurden und andere.

4.      Wer stirbt und die Zakah noch auf ihn lastet, dessen Erben müssen sie von seinem Vermögen entrichten. Dies muss dem Testament und dem Erbe vorgezogen wird.

Bei der Sadaqa muss man nichts dergleichen tun.

5.      Derjenige, der sich weigert die Zakah zu entrichten, wird bestraft. Genauso wurde im Hadith berichtet, der von Muslim in seinem „Sahih-Werk“ (987) überliefert wurde, dass Abu Huraira berichtete, dass der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Frieden auf ihm, sagte:

„Es gibt keinen, der einen Schatz besitzt und davon die Zakah nicht entrichtet, außer dass es im Feuer der Hölle erhitzt wird und zu Platten gemacht wird, dann damit seine beiden Seiten und seine Stirn gebrandmarkt werden, bis Allah zwischen Seinen Dienern an dem Tag urteilt, dessen Ausmaß 50.000 Jahre ist. Dann wird er seinen Weg sehen – entweder zum Paradiesgarten oder zum Höllenfeuer. Und es gibt keinen Kamelbesitzer, der davon die Zakah nicht entrichtet, außer dass für sie eine flache Ebene ausgebreitet wird, reicher als das worauf sie zuvor marschiert sind. Immer wenn das letzte von ihnen geht, kommt das erste zurück, bis Allah zwischen Seinen Dienern an dem Tag urteilt, dessen Ausmaß 50.000 Jahre ist. Dann wird er seinen Weg sehen – entweder zum Paradiesgarten oder zum Höllenfeuer. Und es gibt keinen Schafsbesitzer, der davon die Zakah nicht entrichtet, außer dass für sie eine flache Ebene ausgebreitet wird – reicher als sie zuvor war –, so dass sie auf ihn mit ihren gespaltenen Hufen tritt und mit ihren Hörnern stoßen – unter ihnen gibt es weder eins mit gedrehten Hörnern oder ein hörnerloses. Immer wenn das letzte von ihnen geht, kommt das erste zurück, bis Allah zwischen Seinen Dienern an dem Tag urteilt, dessen Ausmaß 50.000 Jahre von dem ist, was ihr zählt. Dann wird er seinen Weg sehen – entweder zum Paradiesgarten oder zum Höllenfeuer. …“

Was die Sadaqa betrifft, so wird derjenige, der sie unterlässt nicht bestraft.

6.      Die Zakah darf, entsprechend der vier Rechtschulen, nicht für die Wurzeln (Usuul) und Zweige (Furuu‘) entrichtet werden. Die Wurzeln sind Mutter, Vater, Großväter und Großmütter. Und die Zweige sind die Kinder und Enkel.

Die Sadaqa aber darf man sowohl den Zweigen als auch den Wurzeln geben.

7.      Es ist nicht erlaubt die Zakah einem Reichen oder einem Starken, der Geld verdienen kann, zu geben.

‘Ubaidullah ibn ‘Adiy berichtete: „Zwei Männer haben mir berichtet, dass sie zum Propheten, Allahs Segen und Frieden auf ihm, in der Abschiedspredigt kamen, während er die Spenden verteilte. Daraufhin fragten sie ihn danach, er hob seinen Blick zu ihnen und senkte ihn darauf, da er sah, dass sie stark waren. Er sagte daraufhin: „Wenn ihr wollt, gebe ich euch etwas. Doch weder dem Reichen noch dem Starken, der Geld verdienen kann, steht ein Anteil davon zu.“

Überliefert von Abu Dawud (1633) und An-Nasaa`i (2598). Imam Ahmad und andere stuften ihn als authentisch ein.

Siehe: „Talkhis Al-Habir“ (3/108).

Was die Sadaqa betrifft, so darf man sie dem Reichen und dem Starken, der Geld verdienen kann, geben.

8.      Bezüglich der Zakah ist es am besten, wenn sie von den Reichen des (eigenen) Landes genommen und an die Armen entrichtet wird. Vielmehr sind viele Gelehrte der Meinung, dass es nicht erlaubt sei sie in ein anderes Land zu transportieren, außer für einen Vorteil.

Die Sadaqa aber kann sowohl dem Nahen als auch dem weitentfernten gegeben werden.

9.      Es ist nicht erlaubt die Zakah für Ungläubige und Götzendiener zu geben.

Aber die Sadaqa darf man sowohl dem Ungläubigen als auch dem Götzendiener geben.

So wie Allah, erhaben sei Er, sagte: „Und sie geben – obwohl man sie liebt – Speise zu essen einem Armen, einer Waisen und einem Gefangenen.“ [Al-Insan:8]

Al-Qurtubi sagte: „Und der Gefangene im Land des Islam kann nur ein Götzendiener sein.“

10.  Es ist dem Muslim nicht erlaubt die Zakah seiner Ehefrau zu geben. Ibn Al-Mundhir hat hierfür den Ijmaa‘ überliefert.

Was die Sadaqa betrifft, so ist es erlaubt sie der Frau zu geben.

Dies sind einige Unterschiede zwischen der Zakah und der Sadaqa.

Alle rechtschaffenen Taten werden auch „Sadaqa“ bezeichnet. Al-Bukhari, möge Allah ihm barmherzig sein, sagte in seinem „Sahih-Werk“: „Kapitel: Jede gute Tat ist eine Spende (Sadaqa).“ Dann überlieferte er von Jabir ibn ‘Abdillah, möge Allah mit ihnen zufrieden sein, dass der Prophet, Allahs Segen und Frieden auf ihm, sagte: „Jede gute Tat ist eine Spende.“

Ibn Battaal sagte:

„Dieser Hadith beweist, dass alles, was man an Gutem tut oder sagt, als Spende niedergeschrieben wird.“

An-Nawawi sagte:

„Seine, Allahs Segen und Frieden auf ihm, Aussage: „Jede gute Tat ist eine Spende“, bedeutet, dass es, bezüglich des Lohns, dasselbe Urteil hat.“

Und Allah weiß  es am besten.

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