Die Erneuerung (Bid'a)

Die Erneuerung (Bid'a)

Der beste Weg um mit demjenigen, der das Gebet unterlässt, Da'wa zu machen und der Umgang mit dem Neuerer (Mubtadi'). Die 'Umra im Monat Rajab. Soll er in den letzten zehn Tagen alleine I'tikaf machen oder zu seiner Familie zurückkehren, um mit ihnen 'Ibadah zu machen.. Die Formen von Tawassul (Mittel um nach Allah zu trachten).

Der beste Weg um mit demjenigen, der das Gebet unterlässt, Da'wa zu machen und der Umgang mit dem Neuerer (Mubtadi')
Was ist der beste Weg um mit demjenigen, der das Gebet unterlässt, Da'wa (ihn einlädt, um zum Gebet zurückzukehren) zu machen? Und wie geht man mit dem Neuerer um?

Alles Lob gebührt Allah

Erstens:

Man muss auf die Lage/Situation desjenigen schauen, den man zum Verrichten des Gebetes oder anderen gottesdienstlichen Handlungen einlädt/zurückruft. Man muss auch das beachten, welche Methoden passend sind, um bei ihm den Wunsch zu erwecken (das Gebet zu verrichten) oder ihm Angst zu machen, auch wenn die allgemeine Grundlage in der islamischen Gesetzgebung die ist, dass man zwischen beiden (Wunsch erwecken und Angst machen) vereinen soll. Außerdem ist es von Bedeutung, dass man berücksichtigt inwieweit die Person, die man ruft/einlädt, aufgeschlossen ist und von der Ermahnung beeinflusst wird oder von ihr abweicht.

Zweitens:

Der beste Weg, um denjenigen, der das Gebet unterlässt, einzuladen, fasst sich wie folgt zusammen:

1. Man erinnert ihn über die Pflicht des Gebets und dass es, nach dem Glaubensbekenntnis, die gewaltigste Säule des Islams ist.

2. Man unterrichtet ihn über einige Vorzügen des Gebets: Es ist das Beste, was Allah Seinen Dienern auferlegt hat. Es ist das Beste, womit sich der Diener seinem Herrn nähern kann. Es ist das Erste, unter den Angelegenheiten der Religion, wonach der Diener zur Rechenschafft gezogen wird. Die fünf Gebete sind eine Sühne für (alle Sünden), die dazwischen waren, solange es keine großen Sünden sind. Eine einzige Niederwerfung (Sajda) erhebt den Diener um eine Stufe und löscht eine Sünde aus … Und es gibt noch weitere Überlieferungen über die Vorzüge des Gebets. Dies kann ihn dazu bringen dem Folge zu leisten, so Allah will. Und vielleicht wird es sein Augentrost, so wie es der Augentrost des Propheten -Allahs Segen und Frieden auf ihm- war.

4. Die Erinnerung an das Treffen mit Allah -erhaben ist Er-, dem Tod und dem Grab und dass derjenige, der das Gebet unterlässt, ein böses Ende und die Strafe im Grab haben wird.

5. Die Darlegung, dass das Hinaufschieben des Gebets, bis zur nächsten Zeit, eine große Sünde ist. Allah -erhaben ist Er- sagte: „Dann folgten nach ihnen Nachfolger, die das Gebet vernachlässigten und den Begierden folgten. So werden sie (den Lohn für ihre) Verirrung vorfinden.“ [Maryam:59]

Ibn Mas'ud sagte über die Verirrung (arab.: Ghayy): „Es ist ein Tal in Jahannam, mit einem weiten Grund und üblen Geschmack.“ Und Er -erhaben ist Er- sagt: „Wehe nun den Betenden, * denjenigen, die auf ihre Gebete nicht achten.“ [Al-Ma'un:4-5]

6. Die Darlegung der gewaltigen Auswirkungen und Folgen, wenn man sagt, dass er ungläubig sei, wie dass eine Eheschließung mit ihm ungültig ist, dass es ihm verboten ist mit seiner Frau zu bleiben und zu leben und dass er weder gewaschen noch für ihn (das Janaza-Gebet) gebetet wird, nach seinem Tod. Und zu den Überlieferungstexten, die beweisen, dass derjenige, der das Gebet unterlässt, ein Ungläubiger sei, gehört seine -Allahs Segen und Frieden auf ihm- Aussage: „Gewiss, zwischen dem Mann, der Götzendienerei (Schirk) und dem Unglauben (Kufr) ist das Unterlassen des Gebets.“

Überliefert von Muslim (82).

Er sagte auch: „Das Abkommen, dass zwischen uns und ihnen ist, ist das Gebet, wer es unterlässt, der begeht Unglaube.“

Überliefert von At-Tirmidhi (2621) und Ibn Majah (1079).

7. Man soll ihm einige Büchlein und Tonbänder schenken, die das Thema des Gebets und der Strafe desjenigen, der es unterlässt, und desjenigen, der damit nachlässig umgeht, behandeln.

8. Man soll ihn meiden und zurechtweisen, wenn er weiterhin auf das Unterlassen des Gebets beharrt.

Was den Neuerer betrifft, so unterscheidet sich der Umgang mit ihm entsprechend der Art seine Neuerung und ihrer Stufe. Man muss ihn aber beraten, zu Allah rufen, ihm das Argument erbringen und sein Scheinargument beseitigen. Wenn er aber weiterhin auf seine Neuerung beharrt, dann soll man ihn meiden und zurechtweisen, wenn man davon ausgeht, dass dies nützen könnte.  Außerdem soll man sich über das Urteil irgendeiner Person vergewissern, ob er ein Neuerer ist, dabei auf die Gelehrten zurückgreifen und zwischen der Neuerung und ihrem Täter unterscheiden können, denn es mag sein, dass er durch Unwissenheit oder einer Fehlinterpretation entschuldigt ist.

Siehe für mehr Details in: „Haqiqa Al-Bid'a wa Ahkamuha“ von Sa'id Ibn Nasir Al-Ghamidi.

Und Allah weiß es am besten.

Islam Q&A


Die 'Umra im Monat Rajab
Wurde ein bestimmter Vorzug überliefert, dass die 'Umra im Monat Rajab erwünscht sei?

Die Antwort:

Alles Lob gebührt Allah.

Erstens:

Vom Propheten -Allahs Segen und Frieden auf ihm- wurde – nach dem, was wir wissen – nichts von einem bestimmten Vorzug über die 'Umra im Monat Ramadan oder den Monaten des Hajj, welche Schawwal, Dhul Qi'da und Dhul Hijja sind, überliefert.

Vom Propheten -Allahs Segen und Frieden auf ihm- wurde auch nicht überliefert, dass er im Rajab die 'Umra vollzog. 'Aischa -möge Allah mit ihr zufrieden sein- hat dies sogar verneint, indem sie sagte: „Der Gesandte Allahs -Allahs Segen und Frieden auf ihm- hat noch nie im Rajab die 'Umra vollzogen.“ Überliefert von Al-Bukhary (1776) und Muslim (1255).

Zweitens:

Zum Einführen von Neuerungen in der Religion gehört das, was manche Leute machen, indem sie den Monat Rajab speziell für die 'Umra auswählen, da es dem Rechtsfähigen nicht zusteht einen Gottesdienst ('Ibada) einer bestimmten Zeit zuzuschreiben, außer in dem, was von der islamischen Gesetzgebung überliefert wurde.

Ibn Al-'Attar, der Schüler von An-Nawawi, -möge Allah ihnen barmherzig sein- sagte:

„Was ich, über die Bewohner Mekkas -möge Allah sie an Ehre mehren- mitbekommen habe, ist, dass sie sich daran gewöhnt haben oft im Rajab die 'Umra zu vollziehen, worüber ich jedoch keine Grundlage kenne. Vielmehr wurde im Hadith überliefert, dass der Prophet -Allahs Segen und Frieden auf ihm- sagte: „Eine 'Umra im Ramadan kommt einer Hajj gleich.““

Schaikh Muhammad Ibn Ibrahim -möge Allah ihm barmherzig sein- sagte in seinen Fatawa (131/6):

„Bezüglich dessen, dass man, (speziell, extra) an einigen Tagen vom Rajab, irgendwelche Taten des Besuchs (von Mekka) etc. auswählt, so hat dies keine Grundlage, aufgrund von dem, was Imam Abu Schaama im Buch „Al-Bida' wa Al-Hawadith“ festlegte, und zwar, dass das Auswählen der gottesdienstlichen Handlungen zu (bestimmten) Zeiten, zu die sie die islamische Gesetzgebung nicht auswählte, nicht sein soll; denn keine Zeit ist besser als die andere Zeit, außer die (Zeit), welche die islamische Gesetzgebung, durch eine Art des Gottesdienstes, vorzog oder eine Zeit, in der sie alle rechtschaffenen Taten vorzieht und nicht in einer anderen. Deshalb verwarfen die Gelehrten es, dass man den Monat Rajab dafür auswählt, um oft die 'Umra (darin) zu vollziehen.“

Doch wenn jemand im Rajab die 'Umra vollzieht, ohne dabei an einen bestimmten Vorzug zu glauben und dies zufällig geschieht oder weil es einem, zu dieser Zeit, leicht fällt dies zu vollziehen, dann besteht darin kein Problem.

Islam Q&A


Soll er in den letzten zehn Tagen alleine I'tikaf machen oder zu seiner Familie zurückkehren, um mit ihnen 'Ibadah zu machen.
Ich reise jeden Tag ungefähr 122 Kilometer zur Arbeit. Während des Ramadan bleibe ich jedoch in der Stadt, in welcher ich arbeite, und dieses von Montag bis Freitag. Während der Woche gehe ich nicht nach Hause, um meine Familie zu sehen. Ist es mir erlaubt während der Reise zu fasten, da es während dieser Tage keine schwere Reise ist? Ist mein Fasten gültig? Und wenn ich mir die letzten zehn Tage von Ramadan Urlaub nehme, soll ich dann in der selben Stadt den I'tikaf vollziehen oder zu meiner Familie zurückkehren, mit welcher ich ohnehin nicht so viel Zeit verbringe? Und ebenfalls auch um meiner Ehefrau im Haushalt zu helfen, weil sie so ermüdet ist und es nicht schafft viele gottesdienliche Handlungen ('Ibada) zu verrichten. Ist für mich der I'tikaf besser oder die Verbringung der Zeit mit meiner Familie und die gemeinsame Verrichtung gottesdienlicher Taten ('Ibadah)?

Die Antwort:

Alles Lob gebührt Allah.
Erstens:
Dem Reisenden ist es erlaubt, dass er im Ramadan sein Fasten bricht. Dieses aufgrund der Aussage Allahs, erhaben sei Er:

„Wer also von euch in dem Monat zugegen ist, der soll in ihm fasten. Und wer krank ist oder sich auf einer Reise befindet, soll eine Anzahl anderer Tage (fasten) - Allah will es euch leicht, Er will es euch nicht schwer machen“

[Al-Baqara 2:185]
Dabei gibt es keinen Unterschied ob die Reise schwierig oder leicht ist.
Ist es besser, dass er fastet oder nicht?
 

Die Antwort:
Das Fasten ist für ihn besser, außer dass er darin eine Erschwernis empfindet, denn dann wäre das Fastenbrechen vorzuziehen.
Eine detaillierte Erklärung hierzu findest du in der Antwort auf die Fragen Nr. (65629) und (20156)
Zweitens:
Das Bessere für dich ist es, O Bruder, dass du zu deiner Familie zurückkehrst und unter ihnen verweilst, um deiner Ehefrau im Haushalt Hilfe zu leisten und sie bei der Verrichtung gottesdienlicher Handlungen ('Ibadah) zu unterstützen und ihr zu helfen, die letzten zehn Tage, auszunutzen. Dein Verbleiben mit deiner Familie, um sie zu Gehorsamkeit und 'Ibadah zu motivieren, ist besser, als dass du alleine den I'tikaf vollziehst, in Abgeschiedenheit von ihnen, aufgrund deiner Entfernung. 'Aischa, möge Allah zufrieden mit ihr sein, berichtet, dass der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Frieden auf ihm, in den letzten zehn Tagen: „Seine Familie aufweckte“ - sie nämlich aufweckte, damit sie Gehorsamkeit, gottesdienliche Handlungen ('Ibadah) verrichten, sowie das Gebet und Bittgebete. Der Prophet, Allahs Segen und Frieden auf ihm, hat den I'tikaf nicht vollzogen, ohne dass er dabei seiner Familie nicht jemanden hinterlässt, der für sie sorgt und sie behütet.
Es ist authentisch überliefert worden, dass Safiya, möge Allah zufrieden mit ihr sein, ihn während seines I'tikaf besucht hat. Und ebenfalls ist es bestätigt, dass sie (seine Frauen) mit ihm den I'tikaf vollzogen haben. Der I'tikaf ist eine besondere (eingeschränkte) 'Ibadah, deren Nutzen andere nicht miteinbezieht. Dein Verweilen mit ihnen in I'badah und gutem Umgang gehört zu denjenigen Taten, deren Reichweite umfassend ist und anderen außer dir selbst einen Nutzen bringt, und du wirst nicht des Lohnes ihrer Gehorsamkeit beraubt werden.

Und du wirst dir auch nicht (dadurch) die 'Ibadah verwehren, wenn du mit der Familie bleibst. Wir raten dir daher an, dass du in diesen letzten zehn Tagen zu deiner Familie zurückkehrst, mit ihnen bleibst und sie zum Gehorsam und 'Ibadah ermunterst. Es ist möglich, dass wenn du siehst, dass deren Zustand sich aufrecht erhält, und sie sich mit gottesdienlichen Handlungen beschäftigen, dass du dann ein paar Nächte in der Moschee deines Viertels den I'tikaf vollziehst. So vereinst du zwischen verschiedenen Formen von 'Ibadah und erreichst damit etwas außerordentlich Gutes.
Wir bitten Allah, dass er dir zu dem verhilft, was er liebt, und womit er zufrieden ist, und dass er es von dir und deiner Familie annimmt.

Und Allah weiß es am besten.

Islam Q&A


Die Formen von Tawassul (Mittel um nach Allah zu trachten)
Welche Arten von Tawassul gibt es?

Alles Lob gebürt Allah.

Mit Tawassul und al Wasila sind eine der vier Dinge gemeint:

Die erste Art:

Der Iman wird nicht vollständig sein, bis man diese Art von Tawassul durchführt. Das ist der Tawassul zu Allah, indem man Iman an Ihn und an Seinen Gesandten hat und indem man Ihm und Seinem Gesandten gehorcht. Das ist in folgendem Vers erwähnt: "Oh die ihr glaubt, fürchtet Allah und trachtet nach einem Mittel zu Ihm." [Al-Maaida 5:35]

Damit ist auch der Tawassul zu Allah mit Seinen Namen und Eigenschaften inbegriffen. Und ebenfalls gehören hierzu gute Taten, die der Mutawassil (jener, der Tawassul macht) gemacht hat und mit welchen er Allah bittet.

Die zweite Art:

Der Tawassul zu Allah, indem man den Gesandten (Allahs Segen und Frieden auf ihm) zu seinen Lebzeiten um Du'aa (Bittgebet) bittet, oder wenn die (lebenden) Gläubigen untereinander einander um Du'aa bitten. Das gehört zur ersten Art und ist begrüßenswert. 

Die dritte Art:

Der Tawassul durch den Rang eines Geschöpfes und seines Wesens, indem man (als Beispiel) sagt: „Oh Allah, ich wende mich dir, durch den Rang deines Propheten, zu.“ oder ähnliches in der Form. Diese Form von Tawassul haben einige Gelehrte erlaubt, jedoch ist diese Meinung schwach. Das richtige Urteil ist, dass es haram ist, weil es nicht erlaubt ist, Tawassul zu Allah zu machen, außer mit Seinen Namen und Eigenschaften. 

Die vierte Art:

Der verbreitete Tawassul im Brauch vieler späterer Generationen, indem man den Propheten (Allahs Segen und Frieden auf ihm) um Du'aa und mit Hilferufen bittet, oder andere Tote und Auliya (Helfer) um Hilfe bittet. Diese Form ist vom großen Schirk (Götzendienerei), weil die Du'aa und der Hilferuf, in den Dingen, die nur Allah alleine erfüllen kann, 'Ibada (Gottesdienst) sind. Und diese Arten von 'Ibada, jemandem außer Allah zuzuschreiben, ist großer Schirk. 

Und Allah weiß es am besten.

Shaykh Muhammad Salih al Munajjid
Die Erneuerung (Bid'a)