التوبة وشروطها

التوبة وشروطها

Wenn man neues Geld, während des Jahres, verdient, was ist dann das Urteil seiner Zakat?. Die Beschreibung der Hajj. Ein Rat für nach Ramadan. Das Maß des Ersatzes/Loskaufs (Fidya) für den, der aufgrund von hohem Alter oder Krankheit nicht fasten kann. Steigt und sinkt der Iman bei Ahlu as Sunnah wa al Jama’a?.

Wenn man neues Geld, während des Jahres, verdient, was ist dann das Urteil seiner Zakat?
Wenn eine Person 10.000 Dollar über die Mindestsumme der Zakat, am Anfang des (Zakat-) Jahres, besitzt und am Ende des Jahres 5.000 weitere Dollar verdient, also dann insgesamt 15.000 Dollar hat. Diese 5.000 Dollar waren am Anfang des Jahres nicht in ihrem Besitz! Soll sie also die Zakat nur für 10.000 Dollar abgeben? Oder für 15.000 Dollar? Ich hoffe auf eine Erklärung.

Alles Lob gebührt Allah

Die Zakat wird nur für den Betrag zur Pflicht, über den ein (Zakat-) Jahr vergangen ist, welcher (in dem Fall) 10.000 Dollar ist. Wenn aber der hinzugefügte Betrag, also 5.000 Dollar, aus dem Grundbetrag folgt oder ein Gewinn davon ist, dann ist das Jahr dieses Betrages dasselbe, wie das des Grundbetrages. Somit ist es Pflicht die Zakat von den ganzen 15.000 Dollar abzugeben.

Schaikh Muhammad Salih Al-Munajjid


Die Beschreibung der Hajj
Ich will eine detaillierte Beschreibung der Hajj erfahren.

Die Antwort:

Alles Lob gebührt Allah.

Die Hajj gehört zu den besten Gottesdiensten und höchsten Taten. Sie ist eine der Säulen des Islams, mit der Allah Muhammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, entsandte. Die Religion des Dieners wird nur mit ihr vollständig.

Mit diesem Gottesdienst kann man erst dann Allah näher kommen, und er wird auch erst akzeptiert, wenn zwei Dinge gegeben sind:

Erstens:

Die Aufrichtigkeit Allah, der Mächtige und Gewaltige, gegenüber. Man beabsichtigt durch ihr nur das Angesicht Allahs und das jenseitige Leben, aber keine Augendiener, keinen Ruf und kein Los am Diesseits.

Zweitens:

Das Befolgen des Propheten, Allahs Segen und Frieden auf ihm, darin in Wort und Tat. Dies ist nur möglich zu verwirklichen, wenn man seine, Allahs Segen und Frieden auf ihm, Sunnah kennt.

Deshalb ist es für denjenigen, der Allah, erhaben sei Er, mit einem Gottesdienst – ob Hajj oder etwas anderes – anbeten will, verpflichtend, dass er die Leitung des Propheten, Allahs Segen und Frieden auf ihm, diesbezüglich lernt, so dass seine Handlung der Sunnah entspricht.

In diesen Zeilen werden wir die Beschreibung der Hajj so zusammenfassen, wie sie in der Sunnah steht.

In der Antwort der Frage Nr. 31819 haben wir bereits die Beschreibung der ‘Umra dargelegt.

Die Arten der Zeremonien der Pilgerfahrt

Es gibt drei Arten von Zeremonien in der Hajj: Tamattu‘, Ifraad und Qiraan.

Tamattu‘ ist, dass man allein für die ‘Umra den Ihram, in den Hajj-Monaten (welche Schawwal, Dhul Qi’da und Dhul Hijja sind, anlegt.

Siehe „Asch-Scharh Al-Mumti‘“ (62/7)) eintritt. Wenn man dann in Mekka ankommt, vollzieht man den Tawaaf (um die Ka’ba laufen) und den Sa’i (das siebenmalige Pendeln zwischen Safa und Marwa) für die ‘Umra, rasiert oder kürzt seine Haare und löst den Ihram auf. Wenn dann der Tarwiya-Tag kommt, welcher der 8. Dhul Hijja ist, tritt man allein für die Hajj in den Ihram ein und kommt all ihren Taten nach.

Der Mutamatti‘ (derjenige, der Tamattu‘ macht) kommt also einer ganzen ‘Umra und einer ganzen Hajj nach.

Ifraad ist dass man allein für die Hajj in den Ihram eintritt. Wenn man dann Mekka erreicht, vollzieht man den Tawaaf und den Sa’i für die Hajj, aber man rasiert oder kürzt die Haare nicht und löst auch den Ihram nicht auf. Vielmehr bleibt man Muhrim (jemand, der sich im Ihram-Zustand befindet), bis man nach dem Steinewerfen der Jamrah ‘Aqaba am ‘Iid-Tag dies auflöst. Und wenn man den Sa’i für die Hajj bis zu der Zeit nach dem Tawaaf des Hajj hinauszögert, besteht darin kein Problem.

Qiraan ist dass man für die ‘Umra und der Hajj gemeinsam in den Ihram eintritt, oder erst für die ‘Umra und dann die Hajj mit einbezieht bevor man mit dem Tawaaf beginnt. (Dies macht man, indem man die Absicht fasst, dass der Tawaaf und der Sa’i für die Hajj und ‘Umra sind).

Die Handlung des Qaarin (derjenige, der den Qiraan vollzieht) ist gleich der des Mufrid (derjenige, der den Ifraad vollzieht), außer dass der Qaarin eine Opfergabe darbringen muss, der Mufrid jedoch nicht.

Die beste dieser drei Arten ist der Tamattu‘. Es ist das, was der Prophet, Allahs Segen und Frieden auf ihm, seinen Gefährten anordnete und dazu anspornte, so sehr, dass wenn jemand als Qaarin oder Mufrid in den Ihram eintritt, er sich sicher sein kann, dass er den Ihram zu einer ‘Umra wechseln kann. Dann löst er diesen auf um ein Mutamatti‘ (jemand, der den Tamattu‘ vollzieht) zu werden, auch wenn dies geschieht, nachdem man für die Ankunft den Tawaaf und den Sa’i vollzieht. Denn der Prophet, Allahs Segen und Frieden auf ihm, hat, als er im Jahr der Abschiedspredigt den Tawaaf und den Sa’i vollzogen hat, während mit ihm seine Gefährten waren, jedem angeordnet, der keine Opfergabe hatte, dass er seinen Ihram zu einer ‘Umra wechseln, seine Haare kürzen und den Ihram auflösen soll. Er sagt:

„Wenn ich die Opfergabe nicht mit mir gezogen hätte, dann hätte ich das getan, wozu ich euch angeordnet habe.“

Der Ihram:

Hier werden die Sunan des Ihram praktiziert, was bereits in der angeführten Frage erwähnte wurde; und zwar, dass man sich wäscht, Parfüm aufträgt und betet.

Nach dem Gebet, oder nachdem man auf sein Reittier steigt, soll man in den Ihram-Zustand eintreten.

Wenn man ein Mutamatti‘ ist soll man sagen: „Labbayka Allahumma bi ‘Umra.“ (Hier bin ich, o Allah, mit einer ‘Umra)

Wenn man ein Qaarin ist sagt man: „Labbayka Allahumma bi Hajjatin wa ‘Umra.“ (Hier bin ich, o Allah, mit einer Hajj und einer ‘Umra)

Wenn man ein Mufrid ist sagt man: „Labbayka Allahumma Hajjan.“ (Hier bin ich, o Allah, mit einer Hajj)

Danach sagt man: „Allahumma hadhihi Hajjatun laa Riyaa`a fiha wa la Sum’ah.“ (O Allah, in dieser Hajj ist weder Augendienerei noch ein Trachten nach Ansehen).

Danach spricht man die Talbiyah aus, so wie sie der Prophet, Allahs Segen und Frieden auf ihm, aussprach. Diese ist: „Labbayka Allahumma Labbayk, Labbayka la scharika Laka Labbayk, Inna Al-Hamda wa An-Ni’mata Laka wa Al-Mulk, La scharika Laka.“ (Bedeutet: Hier bin ich, o Allah, hier bin ich! Hier bin ich, Du hast keinen Partner, hier bin ich! Gewiss, das Lob, die Gunst und die Herrschaft gebühren Dir! Du hast keinen Partner.). Zur Talbiya des Propheten, Allahs Segen und Frieden auf ihm, gehörte auch: „Labbayka Ilahal Haqq.“ (Bedeutet: Hier bin ich, o Gott der Wahrheit!). Ibn ‘Umar fügte in der Talbiya hinzu: „Labbayka wa Sa’dayka, wa Al-Khairu bi Yadayk, wa Ar-Raghbaa`u Ilayka wa Al-‘Amal.“ (Bedeutet: Hier bin ich und von Dir gesegnet! Das Gute ist in Deinen Händen! Und das Erbitten und die Tat gehören zu Dir!). Der Mann soll dies laut aussprechen. Die Frau aber soll dies so laut aussprechen, dass die, die neben ihr sind es hören können, außer wenn neben ihr ein Mann ist, der nicht ihr Mahram ist. Dann soll sie die Talbiya leise aussprechen.

Und wenn derjenige, der in den Ihram-Zustand eintreten will, Angst vor etwas hat, was ihn daran hindert seine Zeremonie zu vollenden, wie eine Krankheit, ein Feind, Gefangenschaft etc., dann soll er beim Ihram eine Bedingung stellen und sagen:

„Wenn mich etwas aufhält, dann ist meine Stelle da, wo ich aufgehalten wurde – gemeint ist, dass mich etwas daran hindert die Zeremonie zu vollenden, wie eine Krankheit, Verspätung usw. -, dann werde ich den Ihram auflösen.“

Dies ist so, weil der Prophet, Allahs Segen und Frieden auf ihm, Dubaa’a bint Az-Zubair befahl, als sie in den Ihram eintreten wollte aber krank war, eine Bedingung zu stellen. Dann sagte er:

„Dir steht von deinem Herrn das zu, was du bedingt hast.“

Überliefert von Al-Bukhari (5089) und Muslim (1207).

Wenn man also eine Bedingung stellt und dann das eintrifft, was einen daran hindert die Zeremonie zu vollenden, so ist es erlaubt, dass man den Ihram auflöst und auf dieser Person lastet nichts.

Was den aber angeht, der keine Angst hat, dass ihn etwas daran hindert die Zeremonie zu vollenden, so soll er keine Bedingung stellen, da der Prophet, Allahs Segen und Frieden auf ihm, keine Bedingung stellte und nicht jedem angeordnet hat Bedingungen zu stellen. Vielmehr befahl er dies Dubaa’a bint Az-Zubayr, da sie krank war.

Der Muhrim soll oft die Talbiya aussprechen. Speziell wenn die Situationen und Zeiten sich verändern, wie wenn er auf eine Anhöhe steigt oder auf eine tiefe Stelle hinabsteigt, oder dass er in die Nacht oder in den Tag kommt. Auch soll er danach Allah um Seine Zufriedenheit und um das Paradies bitten und um Zuflucht durch Seine Barmherzigkeit vor dem Höllenfeuer ersuchen.

Die Talbiya ist auch in der ‘Umra, vom Ihram an bis man mit dem Tawaaf beginnt, vorgeschrieben.

Und im Hajj (soll man dies aussprechen) vom Ihram an bis man die Jamaraat von Al-‘Aqaba am ‘Iid-Tag wirft.

Sich zu waschen, um Mekka zu betreten:

Mann soll sich, wenn man sich Mekka annähert, waschen, um die Stadt zu betreten, sofern dies einem möglich ist, da der Prophet, Allahs Segen und Frieden auf ihm, sich wusch als er Mekka betrat. Dies wurde von Muslim (1259) überliefert.

Wenn man dann die Haram-Moschee betritt, soll man mit seinem rechten Fuß vorausgehen (eintreten) und sagen: „Bismillah wa As-Salaatu wa As-Salamu ‘ala Rasul Allah. Allahummah ighfirli Dhunubi wa iftahli Abuaaba Rahmatika. A’udhu Billahi Al-‘Adhiim wa bi Wajhihi Al-Karim wa bi Sultaanihi Al-Qadiim min Asch-Schaitan Ar-Rajim.“ (Bedeutet: Im Namen Allahs, der Segen und der Frieden seien auf Allahs Gesandten. O Allah, vergib mir meine Sünden und öffne mir die Tore Deiner Barmherzigkeit. Ich suche Zuflucht bei Allah, dem Allmächtigen, bei Seinem edlen Angesicht und bei Seiner ewigen Macht vor dem gesteinigten Satan.) Dann begibt man sich zum schwarzen Stein, um mit dem Tawaaf zu beginnen. Die Beschreibung des Tawaaf wurde bereits in der Frage Nr. 31819 erwähnt.

Nachdem man den Tawaaf vollzogen hat und zwei Gebetseinheiten betete, kommt man zum Ort des Sa’i und vollzieht diesen zwischen As-Safa und Al-Marwa.

In der Frage Nr. 31819 wurde auch die Beschreibung des Sa’i dargelegt.

Was den Mutamatti‘ anbelangt, so soll er den Sa’i für die ‘Umra vollziehen. Der Mufrid und der Qaarin sollen den Sa’i aber für die Hajj vollziehen. Sie dürfen auch den Sa’i bis nach dem Tawaaf Al-Idaafa hinauszögern.

Das Rasieren und Kürzen der Haare:

Wenn der Mutamatti‘ mit seinem Sa’i sieben Runden gemacht hat, soll er seine Haare rasieren, wenn er ein Mann ist, oder seine Haare etwas kürzen. Das Rasieren soll aber den gesamten Kopf umfassen, genauso verhält es sich mit dem Kürzen. Man soll alle Seiten des Kopfs kürzen. Jedoch ist das Rasieren besser als das Kürzen, da der Prophet, Allahs Segen und Frieden auf ihm, für die Rasierenden drei Mal Bittgebete sprach und für die Kürzenden nur ein Mal.

Dies wurde von Muslim (1303) überliefert.

Ausgenommen ist wenn die Zeit der Hajj nah ist, so dass dies nicht ausreicht, damit die Kopfhaare wachsen. Dann ist es besser die Haare zu kürzen, damit man im Hajj Haare hat, die man rasieren kann. Der Beweis ist, dass der Prophet, Allahs Segen und Frieden auf ihm, seinen Gefährten anordnete in der Abschiedspredigt ihre Haare für die ‘Umra zu kürzen, da sie am Morgen des 4. Dhul Hijja ankamen. Was die Frau betrifft, so soll sie von ihren Haaren so viel wie eine Fingerspitze kürzen.

Durch diese Handlungen wird die ‘Umra des Mutamatti‘ vollständig. Danach soll er sich komplett (vom Ihram) lösen, und kann alles machen, was die machen können, die den Ihram auflösen, wie andere Kleidung zu tragen, sich ein zu parfümieren, seiner Frau beizuschlafen etc.

Was den Mufrid und den Qaarin angeht, so sollen sie weder ihre Haare rasieren oder kürzen, noch sich vom Ihram lösen. Vielmehr sollen sie im Ihram weilen, bis sie sich am ‘Iid-Tag, nachdem sie die Steine von Jamrah Al-‘Aqaba geworfen haben und ihre Haare rasieren oder kürzen, vom Ihram lösen.

Wenn nun der Tarwiya-Tag kommt, welcher der 8. Dhul Hijja ist, soll der Mutamatti‘ morgens in den Ihram eintreten, in dem Ort, in dem er in Mekka ist. Es ist erwünscht, dass er, wenn er in den Ihram eintritt, dass macht, was er macht wenn er für die ‘Umra in den Ihram eintritt, wie sich zu waschen, Parfüm aufzutragen und zu beten. Dann soll er die Absicht fassen für die Hajj in den Ihram einzutreten und die Talbiya aussprechen. Er soll dann sagen: „Labbayka Allahumma Hajjan.“ (Bedeutet: Hier bin ich, o Allah, für eine Hajj.)

Wenn man befürchtet, dass etwas einen daran hindert die Hajj zu vollenden, soll man eine Bedingung stellen und sagen: „Wenn mich etwas aufhält, dann ist meine Stelle da, wo ich aufgehalten wurden.“ (arab.: In Habasani Haabis fa mahalli haithu habasatni.) Und wenn man nicht befürchtet, dass einen etwas daran hindert, dann soll man keine Bedingung stellen. Es ist erwünscht, dass man die Talbiya so lange laut ausspricht, bis man die Steine von Jamrah Al-‘Aqaba am ‘Iid-Tag wirft.

Nach Mina gehen:

Dann geht man nach Mina und betet dort das Mittags-, Nachmittags-, Abend-, Nacht- und Morgengebet gekürzt, ohne dass man diese zusammensetzt. Denn der Prophet, Allahs Segen und Frieden auf ihm, pflegte in Mina (das Gebet) zu kürzen, aber nicht zusammenzusetzen.“ Mit dem Kürzen ist gemeint, dass man die Gebete, die vier Gebetseinheiten (Raka’at) haben, zu zwei zu verkürzen. Die Bewohner Mekkas sollen auch in Mina, ‘Arafa und Muzdalifa ihre Gebete kürzen, da der Prophet, Allahs Segen und Frieden auf ihm, pflegte für die Menschen in der Abschiedspredigt vorzubeten, und mit ihm waren die Bewohner Mekkas. Doch er befahl ihnen nicht die Gebete vollständig (ungekürzt) zu verrichten. Und wenn es für sie eine Pflicht wäre, dann hätte er es ihnen befohlen, so wie er es ihnen im Jahr der Eroberung befahl. Aber da die Bewohner Mekkas immer mehr wurden, und Mina dadurch mit einbezogen wurde, und nun wie ein Stadtteil (Viertel) davon wurde, sollen die Bewohner Mekkas ihre Gebete nicht kürzen.

Nach ‘Arafah gehen:

Wenn die Sonne am Tag von ‘Arafah aufgeht, geht man von Mina aus nach ‘Arafah. Dann betritt man Namira in der Mittagszeit (Namira ist ein Ort direkt vor ‘Arafah) wenn man kann, und wenn nicht dann ist es kein Problem. Denn das Betreten von Namira ist eine Sunnah und keine Pflicht. Wenn die Sonne nun in den Zawaal eintritt (Gemeint ist, dass die Zeit des Mittagsgebet eintritt), betet man das Mittags- und Nachmittagsgebet in jeweils zwei Gebetseinheiten und setzt diese im Voraus zusammen (gemeint ist, dass man beide Gebete in der Zeit des Mittagsgebet betet), so wie es der Prophet, Allahs Segen und Frieden auf ihm, tat, damit man lange Zeit für das Stehen und Bittgebete hat.

Nach dem Gebet widmet man sich dann dem Gedenken, der Bittgebete und der Anflehung Allahs, der Mächtige und Gewaltige. Man bittet worum man möchte, hebt seine Hände dabei und wendet sich zur Gebetsrichtung, auch wenn dann der Berg ‘Arafat hinter einem liegt, da es von der Sunnah ist, dass man sich zur Gebetsrichtung wendet, und nicht in Richtung des Berges. Der Prophet, Allahs Segen und Frieden auf ihm, stand beim Berg und sagte: „Ich stand hier, aber ‘Arafah gesamt ist ein Ort zum Stehen.“

Das Bittgebet, welches der Prophet, Allahs Segen und Frieden auf ihm, am meisten in dieser gewaltigen Stelle sprach, war: „La ilaha illa Allah Wahdahu la scharika Lahu, Lahul Mulku wa Lahul Hamdu wa Huwa ‘ala kulli schai`in Qadir.“ (Bedeutet: Niemand ist würdige angebetet zu werden, außer Allah allein, Der keinen Partner hat. Ihm gebührt die Herrschaft und das Lob und Er ist zu allem fähig.)

Wenn einem aber langweilig wird und man sich dadurch ausspannen will, indem man sich mit seinen Freunden über nützliche Dinge unterhält, oder einige nützliche Bücher lesen will, speziell welche, die mit der Großzügigkeit Allahs und Seiner vielfältigen Gaben zusammenhängen, damit die Seite der Hoffnung in diesem Tag stärker wird, so ist dies eine gute Sache. Hierauf soll man wieder Allah anflehen und Bittgebete sprechen und den Rest des Tages mit Bittgebeten nutzen, denn das beste Bittgebet ist das Bittgebet am Tag von ‘Arafah.

Nach Muzdalifa gehen:

Wenn dann die Sonne untergegangen ist, geht man nach Muzdalifa. Wenn man sie erreicht, soll man das Abend- und Nachtgebet, mit einem Gebetsruf (Adhan) und zwei Iqaama beten.

Und wenn man befürchtet, dass man Muzdalifa erst nach Mitternacht erreicht, dann soll man auf dem Weg beten. Es ist nicht erlaubt, dass man das Gebet bis nach Mitternacht hinauszieht.

In Muzdalifa soll man die Nacht verbringen. Wenn dann das Morgengrauen zu sehen ist, soll man das Morgengebet früh, mit einem Adhan und einer Iqaama, beten. Alsdann soll man sich in Richtung des Masch’ar Al-Haraams begeben (Dieser ist die Moschee, welche in Muzdalifa vorzufinden ist) und die Einzigkeit Allahs, den Takbir und Bittgebete, für das was man will, aussprechen, bis das Tageslicht vor Sonnenaufgang sehr stark vorscheint. Wenn es einem aber nicht möglich ist zum Masch’ar Al-Haraam zu gehen, soll man auf seinen Platz Bittgebete sprechen, da der Prophet, Allahs Segen und Frieden auf ihm, sagte: „Hier stand ich, aber Jam‘ (gemeint ist Muzdalifa) gesamt ist ein Ort zum Stehen.“ Wenn man Allah gedenkt und Bittgebete spricht, soll man sich währenddessen in Richtung der Gebetsrichtung wenden und die Hände heben.

Nach Mina gehen:

Wenn das Tageslicht vor Sonnenaufgang stark vorscheint, soll man, noch vor Sonnenaufgang, nach Mina gehen und sich im Mahsar-Tal (Ein Tal zwischen Muzdalifa und Mina) beeilen. Wenn man Mina erreicht hat, wirft  man die Steine von Jamrah Al-‘Aqabah - und dies ist das letzte woraufhin Mekka folgt (Diese ist die Jamra, welche Mekka am nächsten ist) – mit sieben Steinen hintereinander, einer nach dem anderen. Jeder einzelne sollte ungefähr so groß wie eine Bohne sein. Mit jedem Stein spricht  man den Takbir aus (Von der Sunnah ist es, dass beim Werfen die Jamra vor einem, Mekka links und Mina rechts von einem liegt). Wenn man dann mit dem Werfen fertig ist, soll man seine Opfergabe schlachten, den Kopf rasieren oder die Haare kürzen, wenn man ein Mann ist. Wenn man aber einer Frau ist, soll man die Haare so lang wie eine Fingerkuppe kürzen (Dadurch löst sich der Muhrim in erster Form. Dann ist ihm alles, bis auf den Beischlaf, gestattet). Dann betritt man Mekka, vollzieht den Tawaaf und den Sa’i für die Hajj (dann löst man sich in zweiter Form, dann ist einem auch alles erlaubt, was aufgrund des Ihram verboten war).

Es ist von der Sunnah, dass man sich parfümiert wenn man Mekka für den Tawaaf betreten will, nachdem man (die Steine) geworfen und sich rasiert hat, da ‘Aischa, möge Allah mit ihr zufrieden sein, sagte: „Ich pflegte den Propheten, Allahs Segen und Frieden auf ihm, für seinen Ihram zu parfümieren, bevor er diesen Zustand betritt, und für das Auflösen (des Ihrams), bevor er um das Haus den Tawaaf vollzieht.“

Überliefert von Al-Bukhari (1539) und Muslim (1198).

Nach dem Tawaaf und dem Sa’i kehrt man zurück nach Mina und übernachtet dort in den Nächten des 11. und 12. Dhul Hijja, und wirft die drei Jamarat in den zwei Tagen, dann wenn die Sonne in den Zawaal-Zustand kommt (Gemeint ist, dass das Mittagsgebet eintritt). Es ist besser, wenn man für das werfen zu Fuß läuft, wenn man aber reitet, dann besteht darin kein Problem. Daraufhin soll man bei der ersten Jamra werfen, welche von Mekka am entferntesten ist und neben der Al-Khiif Moschee liegt, mit sieben Steinen hintereinander, einen nach dem anderen. Nach jedem Stein spricht man den Takbir aus. Dann schreitet man etwas voran und spricht ein langes Bittgebet, mit dem womit man will. Wenn aber das lange Stehen und Bittgebet einem schwer fällt, soll man die Bittgebete so sprechen, dass es einem leicht fällt, auch wenn es wenig ist, damit man die Sunnah erlangt.

Dann wirft man bei der mittleren Jamrah sieben Steine hintereinander. Mit jedem Stein soll man den Takbir aussprechen und sich nach links bewegen. Daraufhin soll man sich zur Gebetsrichtung wenden, seine Hände heben und ein langes Bittgebet sprechen, wenn dies möglich ist. Und wenn nicht, so bleibt man so lange stehen wie man kann, aber man soll das Stehen für Bittgebete nicht unterlassen, da es eine Sunnah ist. Viele Menschen vernachlässigen das, entweder aus Unwissenheit oder aus Gleichgültigkeit. Und immer wenn eine Sunnah vernachlässigt wird, werden das Handeln danach und das Verbreiten davon unter den Menschen noch wichtiger, damit diese nicht unterlassen wird und ausstirbt.

Alsdann wirft man die Steine für Jamrah Al-‘Aqabah sieben Mal hintereinander. Mit jedem Stein spricht man den Takbir aus. Hierauf geht man weg ohne danach Bittgebete zu sprechen.

Wenn man mit dem Werfen am 12. fertig ist, kann man sich, wenn man will, entweder beeilen und Mina verlassen, oder man bleibt noch in der Nacht des 13. Dhul Hijja über Nacht und wirft die drei Jamaraat nach dem Zawaal, so wie es bereits erwähnt wurde. Und das Bleiben ist besser, was aber keine Pflicht ist, außer wenn die Sonne am 12. untergeht und man sich noch in Mina befindet. Dann muss man bleiben bis man die drei Jamaraat nach dem Zawaal des morgigen Tages geworfen hat, aber wenn die Sonne in Mina schon am 12. untergegangen ist, ohne dass man dies wollte, wie wenn man bereits aufgebrochen ist, aber sich verspätet aufgrund eines Staus etc., dann muss man nicht bleiben, da man bis zum Sonnenuntergang, ohne dass man es wollte geblieben ist.

Wenn man dann Mekka verlassen und zu seiner Heimat zurück will, soll man Mekka erst verlassen, nachdem man den Abschieds-Tawaaf vollzogen hat, da der Prophet, Allahs Segen und Frieden auf ihm, sagte:

„Niemand soll aufbrechen, außer dass das letzte Bund von einem (der Tawaaf) für das Haus ist.“

Überliefert von Muslim (1327).

In einer anderen Überlieferung steht: „Er befahl den Menschen, dass das letzte Bund (der Tawaaf) für das Haus ist, außer, dass es für die Menstruierende leichter gemacht wurde.“

Überliefert von Al-Bukhari (1755) und Muslim (1328).

Sowohl die Menstruierende als auch die Wöchnerin müssen keinen Abschieds-Tawaaf vollziehen. Sie müssen auch nicht vor dem Tor der Haram-Moschee stehen, um sich zu verabschieden, da dies nicht vom Propheten, Allahs Segen und Frieden auf ihm, überliefert wurde.

Man soll den Abschieds-Tawaaf als letzten Bund für das Haus vollziehen, wenn man zur Reise aufbricht. Wenn man aber nach dem Abschied noch bleibt, da man auf seine Freunde wartet, sein Gepäck verlädt oder etwas für den Weg kauft, dann besteht darin kein Problem. Man muss auch den Tawaaf nicht wiederholen, außer wenn man die Absicht fasst die Reise aufzuschieben, wie wenn man zu Tagesbeginn reisen will, dann den Abschieds-Tawaaf vollzieht und danach die Reise zum Tagesende verlegt beispielsweise. Hier muss man dann den Tawaaf wiederholen, damit dies das letzte Bund mit dem Haus ist.

Nutzen:

Folgendes obliegt dem, der für die Hajj oder die ‘Umra in den Ihram eintritt:

1.      Dass man sich an das hält, was Allah einem von Richtlinien der Religion vorschreibt, wie das Gebet in dessen Zeit mit der Gemeinschaft.

2.      Dass man sich von dem fernhält, was Allah einem von Beischlaf, Frevel und Streitereien verboten hat, da Er, erhaben sei Er, sagt: „Wer in ihnen die (Durchführung der) Pilgerfahrt beschlossen hat, der darf keinen Beischlaf ausüben, keinen Frevel begehen und nicht Streit führen während der Pilgerfahrt.“

[Al-Baqara:197]

3.      Dass man sich davor hüten soll, in den Kultstätten oder wo anders, den Muslimen zu Schaden, ob in Wort oder Tat.

4.      Dass man sich von allen Dingen fernhält, die im Ihram untersagt sind.

a)      So soll man weder seine Haare noch seine Nägel kürzen. Was aber das Entfernen von Stacheln etc. betrifft, so besteht darin kein Problem, auch wenn Blut austritt.

b)      Man soll, nach dem Ihram, weder im Körper, in der Kleidung, im Essen noch im Trinken Parfüm auftragen oder parfümierte Seife benutzen. Was aber die Parfümreste betrifft, welche man vor dem Ihram auftrug, so schadet dies nicht.

c)      Es ist untersagt zu jagen.

d)      Man soll nicht seiner Frau beischlafen.

e)      Man darf sie nicht, wegen der Begierde, anfassen, küssen usw.

f)       Es ist nicht gestattet, weder für sich noch für jemand anderen, eine Ehe schließen. Auch soll man weder für sich noch für jemand anderen um die Hand einer Frau halten.

g)      Man soll keine Handschuhe tragen. Aber die Hände mit der Kleidung zu umwickeln ist kein Problem.

Diese sieben verbotenen Dinge gelten sowohl für Männer als auch für Frauen.

Speziell für den Mann gilt:

-          Er soll seinen Kopf nicht mit etwas haftendem bedecken. Was aber den angeht, der sich durch einen Sonnenschirm, eine Autodecke, ein Zelt oder indem er sein Gepäck über sich trägt, Schatten spendet, so besteht darin kein Problem.

-          Man darf weder Hemd, Turban, Gewand, Hose oder (Leder-)Socken tragen, außer wenn man kein Untergewand findet, dann zieht man eine Hose an. Oder man findet keine Sandalen, dann kann man (Leder-)Socken anziehen.

-          Man darf auch nicht das anziehen, was dem vorhin erwähnten ähnelt. So soll man kein Gewand, keinen Mantel, keine (Gebets)Kappe, kein T-Shirt usw. anziehen.

-          Es ist aber erlaubt, dass man Sandalen, Ringe, Brillen und Hörgeräte trägt. Auch, dass man eine Uhr um die Hand oder um den Hals trägt, und dass man einen Gürtel trägt, in dem man Geld reinlegen kann.

-          Es ist erlaubt, dass man sich mit allem reinigt, was nicht parfümiert ist, und dass man Kopf und Körper wäscht und kratzt. Und wenn dadurch ohne Willen Haare abfallen, dann ist es kein Problem.

Die Frau soll den Niqab nicht anziehen, welcher das ist, womit sie ihr Gesicht bedecken kann und die Stelle ihrer Augen frei ist. Die Burka soll sie auch nicht tragen.

Es gehört zur Sunnah, dass sie ihr Gesicht enthüllt, außer wenn Männer, die keine Maharim sind, sie sehen können. Dann ist sie verpflichtet ihr Gesicht, während des Ihrams, zu verhüllen.

Siehe das Buch „Manaasik Al-Hajj wa al-‘Umra“ von Al-Albaani, das Buch „Sifah Al-Hajj wa Al-‘Umra“ und das Buch „Al-Manhaj li Murid Al-‘Umra wa Al-Hajj“ von Ibn ‘Uthaimin, möge Allah allen barmherzig sein.

Islam Q&A


Ein Rat für nach Ramadan
Welchen Rat geben Sie uns für nach Ramadan?

Alles Lob gebührt Allah

Glaubst du, dass der Fastende nach Ramadan in dem Zustand bleibt, in dem er im Ramadan war, oder dass er wie jene ist, die ihr Garn, nachdem es fest gesponnen war, wieder in aufgelöste Strähnen bricht? Glaubst du, dass derjenige, der im Ramadan fastete, den Koran rezitierte und las, spendete, nachts betete und Bittgebete sprach, in diesem Zustand nach Ramadan bleibt, oder den anderen Weg folgt. Ich meine den Weg des Satans, so dass er Sünden, und alles was den Barmherzigen, den Allerbarmer, erzürnt, begeht?

Die Beharrlichkeit und Geduld des Muslims auf einer guten Tat nach Ramadan ist ein Zeichen dafür, dass er bei seinem edlen und großzügigen Herrn akzeptiert ist, und dass sein Unterlassen der guten Tat nach Ramadan und sein Befolgen der Wege des Satans ein Zeichen von Erniedrigung, Verächtlichkeit, Niedrigkeit und Verlust ist.

Al-Hasan Al-Basri sagte:

„Er (Allah) verachtet sie, so widersetzten sie sich Ihm. Und wenn sie Ihm wichtig wären, würde Er sie beschützen.“ Und wenn Allah den Diener verachtet, wird ihn niemand Ehre erweisen können. Er, erhaben sei Er, sagte:

„Und wen Allah der Schmach aussetzt, der hat niemanden, der ihm Ehre erweist.“

[Al-Hajj 22:18]

Was die Verwunderung aufbrausen lässt ist, dass du einige Leute im Ramadan vorfindest, wie sie fasten, in der Nacht beten, spenden, Allah um Vergebung bitten und Ihm, dem Herrn der Welten gehorchen. Und kaum ist der Monat zu Ende, weicht seine natürliche Veranlagung ab und sein Umgang mit seinem Herrn wird schlecht. Du findest ihn, wie er das Gebet unterlässt, es hasst gute Taten zu vollbringen, sich von ihnen entfernt und Sünden begeht. Er widersetzt sich Allah, dem Mächtigen und Gewaltigen, auf unterschiedlichste Arten der Sünden, und entfernt sich vom Gehorsam dem König, dem Heiligen, dem Frieden gegenüber.

Bei Allah, welch ein elendes Volk jenes ist, das Allah nur im Ramadan kennt!

Der Muslim soll den Ramadan zu einer neuen Seite für die Rückkehr (zu Allah), Reue, Beharrlichkeit auf Gehorsamkeiten und das Empfinden, dass Allah einen zu jeder Zeit und Stunde beobachtet, machen. Demnach soll der Muslim nach Ramadan auf gute Taten beharren und sich von Zuwiderhandlungen und Sünden fernhalten, um so den Zustand, in dem er sich im Ramadan befand, auszudehnen, durch Dinge, die ihn zum Herrn aller Geschöpfe nähern.

Er, der Mächtige und Gewaltige, sagte:

„Und verrichte das Gebet an beiden Enden des Tages und in Stunden der Nacht. Die guten Taten lassen die bösen Taten vergehen. Das ist eine Ermahnung für diejenigen, die (Allahs) gedenken.“

[Hud:114]

Der Prophet, Allahs Segen und Frieden auf ihm, sagte:

„Lass nach der Sünde die gute Tat folgen, und verkehre mit den Menschen mit einem schönen Charakter.“

Es besteht kein Zweifel darin, dass die Aufgabe, für die Allah die Schöpfung erschuf um Ihn allein anzubeten, der keinen Partner hat, die höchste Aufgabe und das gewaltigste Ziel ist. Diese ist, dass wir die Knechtschaft (Dienerschaft) zu Allah, der Mächtige und Gewaltige, verwirklichen. Dies wird im Ramadan auf schöne Weise verwirklicht. So sehen wir Menschen, die zu den Häusern Allahs, erhaben sei Er, sowohl in Scharen als auch alleine eilen. Wir sehen sie, wie sie danach streben die Pflichttaten (es können aber auch die Gebete gemeint sein) zu ihren (entsprechenden) Zeiten zu verrichten, zu spenden, in guten Taten zu wetteifern und sich darin beeilen. Und darum sollen die Wettbewerber wettkämpfen! Sie werden, so Allah will, belohnt, jedoch bleibt die Angelegenheit derer, die Allah, erhaben sei Er, durch das beständige Wort im diesseitigen Leben und im Jenseits festigt.

Wen Allah also auf die guten Taten nach Ramadan festigt, so sagte Allah, der Mächtige und Erhabene:

„Zu Ihm steigt das gute Wort hinauf, und die rechtschaffene Tat hebt Er (zu sich) empor. Und für diejenigen, die Ränke böser Taten schmieden, wird es strenge Strafe geben, und die Ränke jener werden zu Fall kommen.“

[Fatir:10]

Es besteht also kein Zweifel daran, dass die gute Tat zu den größten Taten mit denen man Allah zu jeder Zeit näher kommt gehört. Und der Herr vom Ramadan ist auch der Herr von Jumada, Scha’ban, Dhul Hijja, Muharram, Safar und allen anderen Monaten, da der Gottesdienst, den Allah, der Gewaltige und Erhabene, uns auferlegte in fünf Säulen verkörpert ist. Dazu gehört das Fasten, welches zeitbegrenzt und festgelegt ist. Wenn es zu Ende geht, bleiben immer noch andere Säulen, wie die Hajj, das Gebet und die Zakah. Wir werden vor Allah, der Gewaltige und Erhabene, darüber befragt und müssen diese auf die Art und Weise verrichten die Allah, den Mächtigen und Gewaltigen, zufrieden stellt. Dazu müssen wir eilen, um das zu verwirklichen wozu wir erschaffen wurden.

Allah, der Gewaltige und Erhabene, sagte:

„Und Ich habe die Jinn und die Menschen nur (dazu) erschaffen, damit sie Mir dienen.“

[Adh-Dhariyat:56]

Und der Prophet, Allahs Segen und Frieden auf ihm, leitete seine Gefährten dazu, dass sie in Bezug auf die guten Dingen wetteifern und sich beeilen sollen, so sagte er:

„Es kann sein, dass ein Dirham einen Dinar überholt (überwiegt). Und die beste Spende ist, wenn man sie abgibt, obwohl man reich ist.“

Er, Allahs Segen und Frieden auf ihm, legte dar, dass wenn jemand spendet, obwohl er dazu (eigentlich) abgeneigt, aber gesund, ist und befürchtet arm zu werden, dessen Spende bei Allah, der Mächtige und Gewaltige, auf der Waagschale bei den guten Taten schwer wiegen wird. Was den aber betrifft, der es aufschiebt, und ihn dann eine Krankheit heimsucht und sagt: „Das war wegen Soundso und Soundso“, so befürchtet man, und wir suchen Zuflucht bei Allah, dass seine Tat zurückgewiesen und zunichte gehen wird.

Allah, erhaben sei Er, sagte:

„Die Annahme der Reue obliegt Allah nur für diejenigen, die in Unwissenheit Böses tun und hierauf beizeiten bereuen. Deren Reue nimmt Allah an. Und Allah ist Allwissend und Allweise. Nicht aber ist die Annahme der Reue für diejenigen, die böse Taten begehen, bis dass, wenn sich bei einem von ihnen der Tod einstellt, er sagt: „Jetzt bereu ich“, und auch nicht für diejenigen, die als Ungläubige sterben. Für jene haben Wir schmerzhafte Strafe bereitet.“

[An-Nisaa 4:17-18]

Der gottesfürchtige und reine Gläubige muss Allah, gepriesen und erhaben sei Er, fürchten und danach streben Allah, erhaben sei Er, zu gehorchen. Er soll mit seiner Gottesfurcht verbunden sein und für immer zum Guten, zur Da’wah, zum Gebieten von Gutem und Verbieten vom Schlechten eilen.

Die Tage und Nächte des Gläubigen in diesem Leben sind Schatzkammern, so soll er schauen was er in hineinwirft. Wenn er Gutes hineinwirft, wird es am Tag der Auferstehung zu seinem Vorteil bei seinem Herrn bezeugen, und wenn er etwas anderes hineinwirft, wird es für ihn schlimme Folgen haben. Wir bitten Allah darum, dass Er uns und euch vor dem Verlust rettet!

Die Gelehrten, möge Allah ihnen barmherzig sein, sagten, dass zu den Zeichen der Akzeptanz gehöre, dass Allah der guten Tat danach noch eine folgen lässt. So sagt die gute Tat: „Meine Schwester, meine Schwester!“ Und die schlechte Tat wird sagen: „Meine Schwester, meine Schwester!“ Und wir suchen Zuflucht bei Allah!

Und wenn Allah den Ramadan von einem Diener akzeptiert, er von dieser Schule profitiert und auf der Gehorsamkeit Allahs, der Mächtige und Gewaltige, standhaft bleibt, so gehört er zum Gefolge derer die standhaft sind auf Allah hören. Allah, der Gewaltige und Erhabene, sagte:

„Gewiss, diejenigen, die sagen: „Unser Herr ist Allah“, und sich hierauf recht verhalten, auf sie kommen die Engel herab: „Fürchtet euch nicht, seid nicht traurig, und vernehmt die frohe Botschaft vom (Paradies)garten‘, der euch stets versprochen wurde. Wir sind eure Beschützer im diesseitigen Leben und im Jenseits. Ihr werdet darin haben, was eure Seelen begehren, und ihr werdet darin haben, was ihr erbetet.“

[Fussilat:30-31]

Er sagte auch:

„Wer sich Allah zum Schutzherrn nimmt und (auch) Seinen Gesandten und diejenigen, die glauben, - gewiss, die Anhängerschaft Allahs wird der Sieger sein.“

[Al-Maa`ida 5:54]

Auch sagte Er:

„Gewiss, diejenigen, die sagen: „Unser Herr ist Allah“ und sich hierauf recht verhalten, über sie soll keine Furcht kommen, noch sollen sie traurig sein.“

[Al-Ahqaf:13]

Somit geht das Gefolge der Standhaftigkeit vom Monat Ramadan zum nächsten weiter, da der Prophet, Allahs Segen und Frieden auf ihm, sagte:

„Von einem Gebet zum nächsten, vom Ramadan zum nächsten, vom Hajj zum nächsten, sühnt alles was dazwischen (an Sünden) ist, solange man sich von den großen Sünden fernhält.“

Allah, erhaben sei Er, sagte:

„Wenn ihr die schwerwiegenden (Dinge) meidet, die euch verboten sind, tilgen Wir euch eure bösen Taten und gewähren euch auf eine ehrenvolle Weise Eingang (in den Paradiesgarten).“

[An-Nisaa 4:31]

Der Gläubige soll sich, von dem Moment an, in dem er sein Leben begreift, bis zu seinen letzten Atemzügen, in der Karawane der Standhaftigkeit und im Schiff der Rettung befinden. So dass er unter dem Schatten von „La ilaha illa Allah“ (islamisches Glaubensbekenntnis) läuft und unter den Wohltaten Allahs, der Mächtige und Gewaltige, weilt. Diese Religion ist die Wahrheit, und Derjenige, Der uns die Gunst erweist auf dieser im Monat Ramadan standhaft zu bleiben, ist Derjenige, gepriesen und erhaben sei Er, Der uns mit dem Überfluss Seiner Gaben, dem Vorzug Seiner Gunsterweisung und Seiner reichlichen Großzügigkeit beschenkt, so dass wir im Qiyaam und im Gottesdienst, nach dem Monat Ramadan, weitermachen.

Und vergiss nicht, mein Bruder! Allah hat dir die Gunst erwiesen den I’tikaaf zu vollziehen, zu spenden, zu fasten, Bittgebete zu sprechen und dass diese angenommen werden! So vergiss nicht, mein Bruder, dass du diese guten Taten und diesen Erfolg, auf beste Weise bewahren sollst! Lösche sie nicht mit schlechten und falschen Taten aus! Strebe danach, dass du auf deinem Weg das Gute und die Glückseligkeit pflanzt, dem Gefolge der Standhaftigkeit folgst, und zu Allah, Seinem Gesandten und dem Haus des Jenseits willst. Zu dem Zeitpunkt wird zu dir gesagt:

„Freue dich auf einen Paradiesgarten, dessen Breite wie die Himmel und die Erde ist, welches für die Gottesfürchtigen vorbereitet wurde.“

Und du hast bereits dem Rufer Allahs geantwortet:

„O jener, der das Gute begehrt, komm, denn Allah befreit welche aus dem Höllenfeuer! Und o jener, der das Schlechte begehrt, halte dich zurück!“

Auch hast du auf die Aussage des Propheten, Allahs Segen und Frieden auf ihm, gehört: „Wer im Ramadan, aus Glauben heraus und in der Hoffnung auf Allahs Lohn, in der Nacht betet, dem werden seine vergangenen Sünden vergeben. Und wer in der Nacht der Bestimmung (Lailatul Qadr), aus Glauben heraus und in der Hoffnung auf Allahs Lohn, in der Nacht betet, dem werden seine vergangenen Sünden vergeben.“

Ich bitte Allah, Der uns und euch die Gunst erwies zu fasten, den I’tikaf zu vollziehen, die ‘Umra zu vollziehen und zu spenden, darum dass Er uns auch die Gunst der Rechtleitung, der Gottesfurcht, der Annahme der Taten erweist, und auch (die Gunst) des Beharrens auf guten Taten und die Standhaftigkeit darauf, denn das Beharren auf gute Taten gehört zu den gewaltigsten Dingen, mit denen man Allah näher kommt. Deshalb kam ein Mann zum Propheten, Allahs Segen und Frieden auf ihm, und sagte ihm: „Weise mich etwas an!“ Er sagte:

„Sag: „Ich glaube an Allah“, und sei hierauf standhaft!“

(Al-Bukhari und Muslim)

In einer Überlieferung von Ahmad sagte er:

„Sag: „Ich glaube an Allah“, und sei hierauf standhaft.“ Er sagte dann: „O Gesandter Allahs, alle Menschen sagen das.“ Er sagte daraufhin: „Vor euch hat es schon ein Volk gesagt und sie wurden danach nicht standhaft.“ Die Gläubigen sollen also darauf beharren in der Gehorsamkeit Allahs standhaft zu bleiben.

„Allah festigt diejenigen, die glauben, durch das beständige Wort im diesseitigen Leben und im Jenseits. Doch Allah lässt die Ungerechten in die Irre gehen. Allah tut, was Er will.“ [Ibrahim 14:27]

Derjenige, der auf der Gehorsamkeit Allahs standhaft bleibt, ist derjenige, der auf sein Bittgebet hört, welches er mehr 25 Mal am Tag wiederholt: „Leite uns den geraden Weg.“ Dies sagen wir in Sure Al-Fatiha. Warum sagen wir es in Worten und glauben fest daran, dass wenn wir standhaft sind, Allah uns vergeben wird, jedoch sind wir zu faul dies in die Tat umzusetzen? Wir müssen Allah fürchten, dies in Tat, im Glauben und in Worten umsetzen, zum Gefolge von „Leite uns den geraden Weg“ eilen und auf den Stufen derer sein von „Dir allein dienen wir und Dich bitten wir um Hilfe“ laufen, unter dem Schatten von „Leite uns den geraden Weg“, zu Paradiesgärten, dessen Breite wie Himmel und Erde sind. Der Schlüssel dafür ist „La ilaha illa Allah“.

Ich bitte Allah, dass Er uns und euch im Guten sterben lässt.

Am Ende vom Ramadan teilen sich die Menschen in mehreren Gruppen auf. Zu den größten dieser Gruppen gehören zwei. Die erste ist eine Gruppe, die du siehst, wie sie sich während Ramadan bemühen gute Taten zu verrichten. Du siehst sie nur sich niederwerfend, nachts im Gebet, den Koran lesend oder weinend, so dass sie dich fast an einige Salaf erinnern. Du sorgst dich sogar um sie, aufgrund ihrer intensiven Mühen und Aktivitäten. Und kaum ist der Monat vorbei, wird er wieder nachlässig und begeht Sünden, als wäre er mit den guten Taten gefangen gewesen und beugt sich hierauf den Begierden, der Unachtsamkeit und den Fehltritten. Er meint, dass sie Kummer und Sorgen zerstreuen, aber dieser Armselige übersieht, dass die Sünden ein Grund für das Verderben sind, da die Sünden Verletzungen sind. Eine Verletzung kann nämlich zum Tode führen. Und wie viele Sünden haben dem Diener verwehrt „La ilaha illa Allah“ in der Trunkenheit des Todes zu sprechen?

Nachdem er diesen gesamten Monat mit Glauben, Koran und allen anderen Dingen, die einen Allah näherbringen, lebte, kehrt er abweichend nach hinten zurück, und es gibt weder Macht noch Kraft, außer bei Allah! Diese sind Saisondiener, die Allah, erhaben sei Er, nur in den Saisons, bei Unheil und in schwierigen Lagen kennen. Die Gehorsamkeit geht und wendet sich ab, gewiss, welch elende Gewohnheit das ist:

Der Betende betet für eine Sache, die er verlangt. Als nun die Sache verging, hat er weder gebetet noch gefastet.

Was glaubst du welchen Nutzen der Gottesdienst eines gesamten Monats hat, wenn du nach diesem zu einem unehrenhaften Verhalten zurückkehrst?

Die zweite Gruppe sind Leute, die darunter leiden, wenn sie sich vom Ramadan trennen müssen, da sie die Süße der Gesundheit kosteten und dann für sie die Bitterkeit der Geduld schwach wurde. Weil sie die Realität von sich selbst, ihre Schwäche und ihre Abhängigkeit zu ihrem Beschützer und dessen Gehorsamkeit erkannt haben, da sie wirklich gefastet und aus Sehnsucht in der Nacht gebetet haben. Ihre Tränen wurden wegen dem Abschied vom Ramadan warm und ihre Herzen sind besorgt. Der von Sünden gefangene unter ihnen hofft, dass er frei gelassen und vom Höllenfeuer befreit wird und sich der Karawane der Akzeptierten anschließen kann. Frag dich selber, mein Bruder, zu welcher dieser Gruppen du gehörst!

Bei Allah, sind die beiden etwa gleich? Alles Lob gebührt Allah! Aber die meisten von ihnen wissen nicht.

Die Koranexegesen sagten über die Erläuterung von Allahs Aussage, erhaben sei Er:

„Sag: Jeder handelt nach seiner Weise.“

[Al-Israa:84]

Jeder Mensch handelt entsprechend seiner Charakterzüge, an die er sich gewöhnt hat. Dies ist ein Tadel an den Ungläubigen und ein Lob an den Gläubigen.

Wisse mein Bruder, dass die liebsten Taten bei Allah die sind, die stetig verrichtet werden, auch wenn es wenig ist.

Der Gesandte, Allahs Segen und Frieden auf ihm, sagte:

„O ihr Menschen, haltet euch an die Taten, zu denen ihr imstande seid, denn Allah, wird erst langweilig, wenn euch langweilig ist. Und die liebsten Taten bei Allah sind jene, die stetig verrichtet werden, auch wenn es wenig ist. Und die Familie Muhammads, Allahs Segen und Frieden auf ihm, pflegte, wenn sie eine Handlung verrichtete, dies stetig (kontinuierlich) zu tun.“

Überliefert von Muslim.

Als der Prophet, Allahs Segen und Frieden auf ihm, gefragt wurde, welche Taten bei Allah am liebsten sind, sagte er:

„Die stetigsten, auch wenn sie wenig sind.“

‘Aischa, möge Allah mit ihr zufrieden sein, wurde über die Taten des Gesandten Allahs, Allahs Segen und Frieden auf ihm, gefragt. Hat er einen Teil des Tages dafür (extra) ausgesucht? Sie sagte: „Nein, seine Taten waren stetig. Und wer von euch vermag das, was der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Frieden auf ihm, vermochte?“

Die Gesetzmäßigkeit der Gottesdienste sind angelehnt an Bedingungen, die erfüllt werden müssen, wie das Gedenken Allahs, Hajj und ‘Umrah und die freiwilligen Aktivitäten darin, das Gute gebieten, das Schlachte verbieten, das Streben nach Wissen, der Jihad etc. So strebe danach den Gottesdienst, solange es dir möglich ist zu stetig/kontinuierlich zu verrichten.

Und Allahs Segen und Frieden seien auf unseren Propheten Muhammad, seiner Familie und seinen Gefährten.

Aus dem „Ad-Da’wa“ Magazin, Nr. 1774, S. 12


Das Maß des Ersatzes/Loskaufs (Fidya) für den, der aufgrund von hohem Alter oder Krankheit nicht fasten kann
Mein Vater fastete den gesamten Ramadan nicht, da er, aufgrund seines hohen Alters und seiner Krankheit, nicht dazu in der Lage war. Dann starb er ohne, dass er das Fasten dieses Monats nachholte. Daraufhin sühnten wir für ihn, indem wir den Armen Geld spendeten. Dann hörten wir aber, dass die Sühne nur als Speisung gilt. Sollen wir also die Sühne nochmal für ihn ausgeben, und in welcher Höhe ist diese?

Die Antwort:

Alles Lob gebührt Allah. 

Die Mehrheit der Rechtsgelehrten unter den Malikiten, den Schafiiten und den Hanbaliten sind der Meinung, dass das Ausgeben von Bargeld als Ersatz für das Fasten nicht reicht, und dass es Pflicht ist zu speisen. 

Allah, erhaben sei Er, sagte:

„Und diejenigen, die es zu leisten vermögen, ist als Ersatz die Speisung eines Armen auferlegt.“

[Al-Baqara 2:184] 

Ibn ´Abbas, möge Allah mit ihnen zufrieden sein, sagte:

„Diese sind der alte Mann und die alte Frau, die nicht in der Lage sind zu fasten. So sollen sie anstelle jeden Tages einen Armen speisen.“

Überliefert von Al-Bukhari (4505). 

In „Fatawa Al-Lajnah Ad-Daa`ima“ (198/10) steht:

„Und wenn die Ärzte festlegen, dass man bei dieser Krankheit, an der du leidest und mit der du nicht fasten kannst, keine Hoffnung auf eine Heilung hat, so musst du anstelle für jeden Tag einen Armen (ungefähr) eine Handvoll von dem, wovon sich das (jeweilige) Land, an Datteln u.Ä., ernährt, speisen und das für die vergangenen und kommen Monate. Und wenn du einen Armen zum Abend oder zu Mittag, in der Anzahl der Tage, die auf dir lasten, speist, reicht dies aus. Was das Bargeld angeht, so reicht die Ausgabe davon nicht.“

Demnach soll der Alte oder der Kranke, auf dessen Heilung man keine Hoffnung hat, anstelle jeden Tages einen Armen, mit einer Handvoll Weizen, Datteln, Reis oder ähnliche (und übliche) Nahrung des (jeweiligen) Landes, speisen. Dies (die Handvoll) entspricht ungefähr eineinhalb Kilogramm. Siehe: „Fatawa Ramadan“ (S. 545)

Man kann (den Ersatz) auch am Ende des Monats ausgeben, zum Beispiel 45 kg Reis. Und wenn man Essen zubereitet und die Armen einlädt, ist es eine gute Sache, da dies (auch) Anas, möge Allah mit ihm zufrieden sein, tat. 

Zweitens:

Wenn ihr Bargeld ausgegeben habt, und euch dabei auf die Aussage von einem der Gelehrten stützt, der dazu ein Rechtsurteil gab, dann müsst ihr nichts wiederholen. Doch wenn ihr dies von euch selbst heraus getan habt, müsst ihr ihn (den Ersatz) nochmal ausgeben. Und dies ist für euren Vater, möge Allah ihm barmherzig sein und ihm vergeben, sicherer und entlastender. 

Und Allah weiß es am besten.

Islam Q&A


Steigt und sinkt der Iman bei Ahlu as Sunnah wa al Jama’a?
Wie ist die Definition des Iman (Glaube) bei Ahlus-Sunnah wal Jama’a (die Leute, die dem Koran und der Sunnah folgen)? Nimmt er zu und ab?

Alles Lob gebührt Allah.

Der Iman bei Ahlus-Sunnah wal-Jama’a ist: Die Bestätigung mit dem Herzen, die Aussprache mit der Zunge und das Verrichten der Taten mit den Körpergliedern. Er beinhaltet also diese drei Punkte:

1. Bestätigung mit dem Herzen 

2. Aussprache mit der Zunge 

3. Das Verrichten der Taten mit den Körpergliedern 

Wenn das also die Bestandteile sind, so steigt und sinkt er, weil die Bestätigung mit dem Herz sich unterscheidet. Die Bestätigung einer Nachricht, die man zum Beispiel nicht gesehen hat, ist nicht wie die Bestätigung dessen, was man selber gesehen und erlebt hat. Und die Bestätigung der Nachricht eines Mannes ist nicht wie die Bestätigung der Nachricht von zwei Männern. Aus diesem Grund sagte Ibrahim, Allahs Frieden auf ihm: „Mein Herr, zeige mir, wie Du die Toten lebendig machst!“ Er sagte: „Glaubst du immer noch nicht?“ Er sagte: „Doch, aber (ich frage,) damit mein Herz Ruhe findet.“

[Al-Baqara 2:260] 

Der Iman steigt also, wenn die Bestätigung des Herzens zunimmt und es Ruhe und Stille vorfindet. 

Der Mensch erfährt dies am eigenen Leibe. Wenn man an einer Sitzung teilnimmt, in der das Paradies und die Hölle erwähnt werden, steigt der Iman in einer solchen Weise, als würde man das in dem Moment sehen. Wenn man jedoch unachtsam ist und die Sitzung verlässt, sinkt die Gewissheit im Herzen. 

Der Iman steigt außerdem durch die Aussagen. Wer Allah nur einiger Male gedenkt ist nicht wie jener, der Allah hundert Mal gedenkt. Der Zweite ist also viel stärker. 

Das Gleiche gilt für die Ibada (Gottesdienste). Wer eine Ibada vollständig und richtig umsetzt, so ist dessen Iman stärker als der von jenem, der die Ibada nur unvollständig umgesetzt hat.

Und dasselbe gilt für das Verrichten der Taten mit den Körperteilen. Wer mehr Taten verrichtet, hat einen stärkeren Iman als derjenige, der diese unvollständig verrichtet. 

Was das Zunehmen und das Abnehmen des Iman angeht, so wurde dies im Koran und in der Sunnah bestätigt. Allah der  Erhabene sagte: „Wir haben ihre Zahl nur zu einer Versuchung gemacht für diejenigen, die ungläubig sind, damit diejenigen Überzeugung gewinnen, denen die Schrift gegeben wurde, und damit diejenigen, die glauben, an Glauben zunehmen,“

[Al-Muddathir 74:31] 

Und der Erhabene sagte: „Wenn eine Sure (als Offenbarung)  herabgesandt wird, dann gibt es unter ihnen manche, die sagen: ‚Wem von euch hat dies(e Sure) seinen Glauben vermehrt?‘ Was nun diejenigen angeht, die glauben, so hat sie ihren Glauben vermehrt, und sie freuen sich über die frohe Botschaft. Was aber diejenigen angeht, in deren Herzen Krankheit ist, so fügt sie ihrem Gräuel noch (weiteren) Gräuel hinzu, und sie sterben als Ungläubige.“

[Tauba 9:124-125] 

Und in einem authentischen Hadith sagte der Prophet, Allahs Segen und Frieden auf ihm: „Ich habe niemanden gesehen, der den Verstand eines entschlossenen Mannes eher verschwinden lässt  als eine von euch Frauen, obwohl deren Verstand und Religion (doch) unvollständig ist.“ 

Der Iman nimmt als zu und ab.

Majmuu’ Fatawa wa Rasail asch-Schaikh Muhamamd ibn Salih al-'Uthaimin (Teil 1, Seite 49)
التوبة وشروطها