Montag 9 Muharram 1446 - 15 Juli 2024
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Das Urteil über die Transplantation von synthetischen Haaren für jemanden, der an Haarausfall leidet

150492

Herausgabedatum : 11-06-2023

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Frage

Ich bin ein 28-jähriger junger Mann und leide seit dem 8. Lebensjahr an komplettem Haarausfall. Seit dieser Zeit, lasse ich mir immer lokal Cortison auf den ganzen Kopf spritzen, was einen zeitweisen Einfluss hat. Danach aber beginnen die anderen Stellen auf dem Kopf auszufallen. Sie sollten wissen, dass diese Spritzen sehr schmerzhaft sind und dass es ebenso durch den Haarausfall unmöglich ist natürliche Haare zu verwenden, indem das Haarbalg genommen wird, da die Krankheit nicht auf einer bestimmten Stelle festsitzt. Ist es mir erlaubt synthetische Haare, mit gleicher Form und derselben Haarfarbe, transplantieren zu lassen?

Inhalt der Antwort

Alles Lob gebührt Allah..

Erstens:

Haartransplantationen sind denjenigen erlaubt, deren Haare aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls ausgefallen sind, da dadurch ein Makel entfernt und es dadurch so zurückversetzt wird, wie Allah -erhaben ist Er- es erschaffen hat.

Im Beschluss des Islamischen Fiqh-Gremiums, der aus der Organisation für islamische Zusammenarbeit hervorgeht, der in der 18. Sitzung, in Malaysia, vom 24.-29. Jumada Al-Akhira 1428 / 9.-14. Juli 2007, über Schönheitsoperationen gehalten wurde, steht folgendes, über alles, was diesbezüglich erlaubt wird: „Islamisch gesehen ist es erlaubt notwendige Schönheitsoperationen durchführen zu lassen, die folgende Ziele haben:

a) Dass die Körperteile in den Zustand zurückversetzt werden, in dem der Mensch erschaffen wurde, da Allah -erhaben ist Er- sagte: ‚Wir haben den Menschen ja in schönster Gestaltung erschaffen.‘ [At-Tin:4]

b) Dass die Körperteile wieder ihre bekannte Funktion erhalten.

c) Dass angeborene Schönheitsmäkel verbessert werden, wie Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, eine schiefe Nase, Muttermale, ein Finger oder Zahn zu viel oder wenn Finger aneinanderhaften, wenn diese Dinge dazu führen, dass man physisch als auch psychisch benachteiligt wird.

d) Dass entstandene Mäkel verbessert werden, aufgrund von Verbrennungen, Unfällen oder Krankheiten etc., wie Hauttransplantationen, dass die Brust, nach einer Amputation, in ihrer normalen Form vollkommen oder geformt wird, oder auch nur teilweise, je nachdem, wie groß sie ist, und die Patientin damit zufrieden ist, und die Haartransplantation bei Haarausfall, speziell bei der Frau.

e) Dass eine hässliche Stelle im Körper entfernt wird, die bei der Person zu psychischen oder physischen Problemen führt.“

Schaikh Muhammad Ibn 'Uthaimin -möge Allah ihm barmherzig sein- wurde gefragt: „Eine Person, die an einer Halbglatze leidet, werden Haare transplantiert. Dies geschieht, indem Haare aus dem Kopfrücken entnommen und auf die betroffene Stelle transplantiert werden. Ist dies erlaubt?“

Antwort: „Ja, es ist erlaubt, da dadurch der Zustand, in dem Allah -der Mächtige und Gewaltige- ihn erschaffen hat, zurückversetzt wird, und dadurch Mäkel entfernt werden. Dies zählt nicht zur Verschönerung oder Hinzufügung zu dem, was Allah -der Mächtige und Gewaltige- erschaffen hat, weshalb es dadurch auch nicht zur Veränderung von Allahs Schöpfung gehört. Dadurch wird lediglich das, was verloren gegangen ist, zurückversetzt oder der Makel entfernt. Die Geschichte der drei Leuten ist auch bekannt, unter denen einer an einer Glatze litt und erzählte, dass er sich wünschen würde, dass Allah -der Mächtige und Gewaltige- ihm seine Haare zurückgibt. Daraufhin wischte der Engel über seinen Kopf und Allah gab ihm seine Haare zurück, sodass sie schön geworden sind.“ Aus „Fatawa 'Ulama Al-Balad Al-Haram“ (S. 1185).

Der Hadith, auf den der Schaikh -möge Allah ihm barmherzig sein- hinwies, wurde bei Al-Bukhary (3277) und Muslim (2964) überliefert.

Zweitens:

Wenn es nicht möglich ist natürliche Haare zu transplantieren, so wie es in dieser Frage der Fall ist, so besteht kein Problem darin synthetische Haare zu nutzen, unter der Bedingung, dass sie aus (aus islamischer Sicht) reinen Substanzen hergestellt wird und dass daraus noch mehr Schäden entstehen.

Einige Forscher waren der Ansicht, dass die Transplantation synthetischer Haare verboten sei. Der Grund hierfür war, dass es dem Verbinden der Haare mit anderen Haaren (wie Extension etc.) ähnelt, da synthetische Haare so bleiben, wie sie sind, und nicht wachsen. Darin bestätigen sich auch andere Gründe, warum diese verboten seien, wie der Betrug, die Veränderung von Allahs Schöpfung und die Schäden, die daraus resultieren können.

Dr. Salih Ibn Muhammad Al-Fauzan sagte, nachdem er die oben erwähnten Gründe nannte und erklärte, dass diese Transplantation erfordert, „dass Medikamente verwendet werden müssen, die Cortison beinhalten, was schädlich für den Körper ist. Die islamische Gesetzgebung aber verbietet es sich selbst zu schädigen. Wenn es aber möglich ist diese Schäden zu beheben und es nur mit diesen Mitteln möglich ist die Glatze zu entfernen, dann wird dies erlaubt, basierend auf die Aussagen einiger Rechtsgelehrten, dass es erlaubt ist Haar-Extensions und Perücken zu tragen, wenn man an einer Glatze leidet, da dadurch der Makel entfernt und nicht beabsichtigt wird die Schönheit zu vermehren, speziell wenn aus der Glatze psychische Schäden entstehen, die nur durch die Transplantation von synthetischen Haaren vorgebeugt werden können, unter der Voraussetzung, dass sie nicht aus (aus islamischer Sicht) unreinen Substanzen hergestellt werden.“ Entnommen aus den Forschungen der Ärztekonferenz, in der Imam-Universität, im Jahre 1431 (Kp. 3, S. 2427).

Uns scheint, und Allah weiß es am besten, dass diese Transplantation nicht mit Extensions verglichen werden kann, da es nichts gibt, womit diese verbunden werden, denn wir sprechen über jemanden, dessen Haare vollkommen ausfallen.

Schaikh Ibn 'Uthaimin -möge Allah ihm barmherzig sein- wurde über eine Frau gefragt, die Medikamente einnahm, die zu Haarausfall am Kopf führten. Sie wollte aber keine Perücke tragen, da sie diese als verboten betrachtete.

Er antwortete: „Die Verwendung von Perücken ist in solchen beschriebenen Fällen ist kein Problem, wenn die Haare in einer Art ausfallen, bei der nicht erhofft wird, dass sie zurückkehren werden. Denn in Wirklichkeit werden sie nicht getragen, um der Schönheit etwas hinzuzufügen, sondern um einen Makel zu entfernen. Demnach gehört dies nicht zum Verbinden der Haare mit anderen Haaren, bei denen der Prophet -Allahs Segen und Frieden auf ihm- jene verfluchte, die dies tun, denn er verfluchte jene, die ihre Haare mit etwas verbinden, oder dies bei sich machen ließen. Diese Frau aber ähnelt diesen nicht, da sie sich nicht verschönern oder mehr Haare als die, die Allah -erhaben ist Er- für sie erschaffen hat, haben will. Sie will nur einen entstandenen Makel entfernen, was kein Problem ist. Denn hier (wie erwähnt) wird ein Makel entfernt und keine Schönheit hinzugefügt. Und zwischen diesen beiden Thematiken gibt es einen Unterschied.“ Aus „Fatawa Nur 'ala Ad-Darb“ (Band 3).

Und Allah weiß es am besten.

Quelle: Islam Q&A