Samstag 7 Rabii' Ath-Thaany 1440 - 15 Dezember 2018
German

Wie soll er sein Fasten mit diesen Sünden bewahren?

Frage

Wie soll ich mein Fasten mit diesen Sünden bewahren?

Inhalt der Antwort

Alles Lob gebührt Allah

Mein Bruder, dass du diese Frage gestellt hast ist sehr gut. Denn dies beweist dein Bestreben (deine Sorge) danach, dass deine Gehorsamkeit, aufgrund dieser verbreiteten Sünden, verschwendet oder vermindert wird.

Wir müssen alle wissen, dass die Realität des Fastens nicht nur aus dem Unterlassen von Essen und Trinken besteht. Allah -erhaben ist Er- hat vielmehr das Fasten bestimmt, damit wir Gottesfurcht erlangen. Und deshalb ist das wahre Fasten das Enthalten von Sünden, indem man sie unterlässt und sich von ihnen fern hält. Dies ist das Fasten des Herzens und nicht nur das Fasten der Körperteile. Die Sunnah hat allgemein und speziell das dargelegt (und bewiesen), was wir (gerade) gesagt haben. Genauso steht in den Aussagen der Gelehrten das, was dies darlegt und erläutert. 

Abu Huraira -möge Allah mit ihm zufrieden sein- berichtete, dass der Gesandte Allahs -Allahs Segen und Frieden auf ihm- sagte: „Wer das falsche Zeugnis und das Handeln danach nicht unterlässt, so hat Allah keinen Bedarf danach, dass er sein Essen und Trinken unterlässt.“ Überliefert von Al-Bukhary (1804).

Abu Huraira -möge Allah mit ihm zufrieden sein- berichtete auch, dass der Gesandte Allahs -Allahs Segen und Frieden auf ihm- sagte: „Es mag sein, dass der Fastende von seinem Fasten nichts außer Hunger und Durst hat, und dass derjenige, der in der Nacht betet, von seinem Gebet nichts hat, außer, dass er wach geblieben ist.“ Überliefert von Ahmad (8693).

Dies stuften Ibn Hibban (8/752) und Al-Albani in „Sahih At-Targhib“ (1/262) als authentisch ein.

Die Prophetengefährten und Altvorderen dieser Gemeinschaft waren danach bestrebt, dass das Fasten ihre Seelen und Körperteile reinigt und sie von Sünden und Missetaten fern hält.

'Umar Ibn Al-Khattab -möge Allah mit ihm zufrieden sein- sagte:

„Das Fasten besteht nicht nur daraus sich vom Essen und Trinken zu enthalten, sondern vom Lügen, der Falschheit und dem Tratschen.“

Jabir Ibn 'Abdillah Al-Ansari sagte:
„Wenn du fastest, dann sollen auch dein Gehör, deine Augen und deine Zeige vom Lügen und der Sünde fasten. Unterlasse es deinen Bediensteten wehzutun und bewahre Ruhe und Gelassenheit am Tag des Fastens. Und mach die Tage, an denen du nicht fastest, und die, an denen du fastest, nicht gleich.“

Hafsa Bint Sirin, welche eine Gelehrte unter den Tabi'in (Schüler der Prophetengefährten) war, sagte:
„Das Fasten ist ein Schutz, solange ihn die Person nicht durchbricht. Dies geschieht durch üble Nachrede (Lästern).“

Maimun Ibn Mihran sagte:

„Das Mindeste vom Fasten ist das Unterlassen von Essen und Trinken.“

Diese Überlieferungen erwähnte Ibn Hazm in „Al-Muhalla“ (4/308).

Danach sollten wir uns nicht darüber wundern, dass einige Gelehrte der Meinung waren, dass das Fasten desjenigen, der eine Sünde während des Fastens begangen hat, ungültig wird, obwohl es richtig ist, dass das Fasten nicht ungültig wird. Es besteht aber kein Zweifel, dass es unvollkommen wird und der Realität des Fastens widerspricht.

Al-Hafidh Ibn Hajar -möge Allah ihm barmherzig sein- sagte:
„Die üble Nachrede schadet dem Fasten. Denn es wurde bereits von 'Aischa berichtet, was auch Al-Auza'i sagte, dass die üble Nachrede das Fasten breche und erfordere, dass man diesen Tag nachholen müsse. Ibn Hazm ging sogar noch weiter und sagte, dass es jede Sünde ungültig macht, welche bewusst begangen wird, egal ob es eine Tat oder Aussage ist. Denn im Hadith heißt es allgemein: „So soll er weder schlechte/unzüchtige Dinge sagen noch sich ignorant verhalten.“

Und Er -Allahs Segen und Frieden auf ihm- sagte auch: „Wer das falsche Zeugnis und das Handeln danach nicht unterlässt, so hat Allah keinen Bedarf danach, dass er sein Essen und Trinken unterlässt.“

Aus „Fath Al-Bari“ (4/104).

Schaikh Muhammad Ibn Salih Al-'Uthaimin -möge Allah ihm barmherzig sein- sagte:
„Was das angeht, wovon man sich beim Fasten enthalten muss, so werdet ihr es womöglich seltsam finden wenn ich sage, dass es die Sünden sind. Der Mensch muss sich von den Sünden enthalten, da dies mit dem Fasten zuallererst beabsichtigt wird. Denn Allah -segensreich und erhaben ist Er- sagte:

„O die ihr glaubt, vorgeschrieben ist euch das Fasten, so wie es denjenigen vor euch vorgeschrieben war, auf dass ihr gottesfürchtig werden möget.“ [Al-Baqara:183]

Er sagte nicht: „auf dass ihr hungern werdet“, oder: „auf dass ihr durstig sein werdet“, oder: „auf dass ihr euch von euren Frauen enthalten werdet“, - Nein! Er sagte: „Auf dass ihr gottesfürchtig werden möget.“

Dies ist mit dem Fasten zuallererst beabsichtigt. Und der Prophet -Allahs Segen und Frieden auf ihm- verwirklichte und bestätigte dies mit seinen Worten: „Wer das falsche Zeugnis und das Handeln danach nicht unterlässt, so hat Allah keinen Bedarf danach, dass er sein Essen und Trinken unterlässt.“

Also ist das wahre Fasten, dass sich der Mensch davon enthält sich Allah -der Mächtige und Gewaltige- zu widersetzen. Was das äußerliche Fasten betrifft, so ist es, wenn man sich vom Beginn der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang von den Dingen enthält, die das Fasten ungültig machen, um Allah -der Mächtige und Gewaltige- anzubeten.

Und Allah -erhaben ist Er- sagte: „Von jetzt an verkehrt mit ihnen und trachtet nach dem, was Allah für euch bestimmt hat, und eßt und trinkt, bis sich für euch der weiße vom schwarzen Faden der Morgendämmerung klar unterscheidet! Hierauf vollzieht das Fasten bis zur Nacht!“ [Al-Baqara:187]

Dieses Fasten nennen wir das äußerliche Fasten, also nur das Fasten des Körpers. Das Fasten des Herzens aber ist das, was mit dem Fasten zuallererst beabsichtigt wird. So ist es das Fasten (das sich Enthalten) von Sünden Allah -der Mächtige und Gewaltige- gegenüber.

Darauf basierend ist das Fasten desjenigen sehr sehr unvollkommen, der zwar äußerlich, physisch fastet, aber nicht mit dem Herzen. Wir sagen nicht, dass sein Fasten ungültig ist, aber dass es unvollkommen ist. Dasselbe sagen wir über das Gebet, denn das, was vom Gebet beabsichtigt wird, ist die Demut und Selbsterniedrigung vor Allah -der Mächtige und Gewaltige-. Und das Gebet mit dem Herzen geht vor dem Gebet mit den Körperteilen. Wenn aber Jemand mit seinen Körperteilen, aber nicht mit dem Herzen, betet, als wäre sein Herz überall, so ist das Gebet sehr unvollkommen. Es genügt aber, entsprechend dem äußerlichen Urteil. Es reicht aus, aber es ist sehr unvollkommen. Ebenso ist das Fasten sehr unvollkommen, wenn man sich davon enthält sich Allah zu widersetzen, jedoch reicht es aus. Denn die Gottesdienste im Diesseits werden nach dem beurteilt, was man sieht.“

Aus „Liqa'at Al-Bab Al-Maftuh“ (116/S. 1).

Zweitens:

Die Gelehrten haben die Geduld in drei Teile eingeteilt: (1) Die Geduld bei guten Taten (Gehorsamkeiten), (2) die Geduld bei Sünden und (3) die Geduld bei der Vorherbestimmung. Und das Fasten umfasst alle drei Arten der Geduld.

Ibn Rajab Al-Hanbali -möge Allah ihm barmherzig sein- sagte:
„Die beste Art der Geduld ist das Fasten, da es alle drei Arten der Geduld umfasst: Man ist geduldig in der Gehorsamkeit Allah -der Mächtige und Gewaltige- gegenüber. Auch ist man geduldig bei (der Vermeidung von) Sünden Allah gegenüber, denn der Diener unterlässt (unterdrückt) seine Begierden für Allah, während sich seine Seele nach ihnen sehnt. Deshalb steht im authentischen Hadith, dass Allah -der Mächtige und Gewaltige- sagte: „Jede Tat des Sohn Adams ist für ihn, außer das Fasten. Denn das ist für Mich und Ich werde (ihn) dafür belohnen, da er von seiner Begierde, Essen und Trinken für Mich ablässt.“ Darin ist auch die Geduld bei schmerzhaften Vorherbestimmungen enthalten, da der Fastende Hunger und Durst verspürt.“

Aus „Jami' Al-'Ulum wa Al-Hikam“ (S. 219).

Wer also sein Fasten so verwirklicht, wie Allah -erhaben ist Er- es bestimmt hat, der wird einen gewaltigen Lohn von seinem Herrn -segensreich und erhaben ist Er- erlangen. Und es genügt ihm hier Seine -erhaben ist Er- Aussage: „Gewiss, den Standhaften wird ihr Lohn ohne Berechnung in vollem Maß zukommen.“ [Az-Zumar:10]

Drittens:

Damit der Muslim sein Fasten vor Unvollkommenheit aufgrund von Sünden bewahrt, muss er die Geduld bei Sünden verwirklichen. Einige Gelehrte sagten, dass die Geduld bei Sünden gewaltiger als die beiden anderen Arten der Geduld sei. Dies nur, weil sich die Ursachen des Üblen gegen ihn versammeln, damit er eine Sünde begeht.

Ibn Al-Qayyim -möge Allah ihm barmherzig sein- sagte:

„Hier gibt es eine Thematik über die die Menschen geredet haben. Diese ist: Welche der beiden Arten der Geduld ist besser? Die Geduld bei der Sünde oder die Geduld bei der guten Tat? So gibt es eine Gruppe, welche das Erste bevorzugt und sagt, dass die Geduld bei der Sünde zu den Handlungen der Wahrhaftigen gehört, so wie einige Altvordere sagten: „Die guten Taten machen sowohl Rechtschaffener als auch Frevler. Aber für das Unterlassen von Sünden ist nur der Wahrhaftige stark.“ Sie sagen weiter, dass das Motiv der Sünde stärker als das Motiv davon sei die gute Tat zu unterlassen. Denn das Motiv der Sünde zu einer Sache, die es gibt, begehrt die Seele und genießt es. Und das Motiv davon die gute Tat zu unterlassen ist Faulheit, Untätigkeit und Schande. Es besteht kein Zweifel darin, dass das Motiv der Sünde stärker ist. Außerdem sagen sie, dass sich in der Sünde die eigene Seele, die Begierde, der Satan, die Mittel des Diesseits, Begleiter, das Verlangen nach Nachahmung und die Neigung der Natur befindet. Und jedes einzelne dieser Motive ziehen den Diener zur Sünde. Wie ist es dann, wenn sie sich vereinen und das Herz überwältigen? Welche Geduld ist denn stärker als die Geduld, die dies erwidert? Und wenn Allah ihn nicht geduldig machen würde, so würde die Geduld nicht aus ihm selbst hervorkommen.

Die Argumentation dieser Meinung ist, wie du siehst, sehr stark.“

Aus „Tariq Al-Hijratain“ (S. 414).

Die Geduld bei der Sünde entsteht aus vielen Gründen. Wir bitten dich darum über diese nachzudenken, denn darin ist eine detaillierte Beschreibung der Krankheit und eine Beschreibung der Behandlung enthalten.

Ibn Al-Qayyim -möge Allah ihm barmherzig sein- sagte:
„Das Prinzip der Geduld bei der Sünde entsteht aus vielen Gründen:

1. Dass man ihre Schändlichkeit und Niedrigkeit kennt und dass Allah sie nur verboten hat, um uns vor der Niedrigkeit zu bewahren. So wie der sorgsame Vater sein Kind vor allem, was ihn schadet, schützt. Dieser Grund bringt den Verständigen dazu die Sünde zu unterlassen, auch wenn mit ihr keine Androhung vor der Strafe geknüpft wird.

2. Die Scham vor Allah -gepriesen ist Er-. Denn solange der Diener weiß, dass Er ihn beobachtet und Seine Stellung über ihn kennt und weiß, dass Er ihn sieht und hört, so wird er sich zu sehr vor seinem Herrn schämen, als dass er sich Dingen aussetzt, die Ihn unzufrieden stellen würden.

3. Die Bewahrung der Gaben und Wohltaten. Denn die Sünden lassen die  Gaben unausweichlich verschwinden. Immer wenn der Diener eine Sünde begeht, verschwindet eine Gabe von Allah, entsprechend dieser Sünde. Wenn man aber reuig zu Ihm zurückkehrt, dann wird diese zu ihm zurückkehren oder eine Ähnliche kommt. Doch wenn man auf der Sünde beharrt, so wird sie nicht wieder zurückkehren. Und die Sünden werden solange die Gaben verschwinden lassen, bis alle Gaben entzogen werden. Allah -erhaben ist Er- sagte: „Allah ändert nicht den Zustand eines Volkes, bis sie das ändern, was in ihnen selbst ist. [Ar-Rad:11] Die gewaltigste Gabe ist der Glaube (Iman), doch die Sünde der Unzucht, des Stehlens des Alkoholtrinkens und Raubes lassen ihn verschwinden und entziehen ihn. Einige Altvordere sagten: „Ich beging eine Sünde und mir wurde das Gebet in der Nacht ein ganzes Jahr lang verwehrt.“ Ein Anderer sagte: „Ich beging eine Sünde und mir wurde das Verstehen des Korans verwehrt.“
Über solches wurde auch gesagt:
Wenn du dich in einer Gabe befindest, dann bewahre sie, *** denn die Sünden lassen die Gaben verschwinden.
Allgemein gilt, dass die Sünden das Feuer der Gaben sind, sie zerfressen sie, so wie das Feuer das Brennholz zerfrisst. Wir suchen Zuflucht bei Allah vor dem Verschwinden der Gaben und der Veränderung Seiner Wohltat.

4. Die Angst vor Allah und die Furcht vor Seiner Strafe. Dies wird dadurch bestätigt, dass man Sein Versprechen, Seine Androhung, den Glauben an Ihn, Seine Bücher und Gesandten bestätigt. Dieser Grund wird durch Wissen und Gewissheit stark und er wird schwach, wenn sie schwach werden. Allah -erhaben ist Er- sagte: „Allah fürchten von Seinen Dienern eben nur die Gelehrten.“ [Fatir:28] Einer der Altvorderen sagte: „Die Furcht vor Allah genügt als Wissen und sich davon täuschen zu lassen Allahs Vergebung als Garantie zu nehmen als Unwissenheit.

5. Die Liebe zu Allah. Diese gehört zu den stärksten Gründen im Bezug auf die Geduld bei Sünden und Zuwiderhandlungen. Denn der Liebende gehorcht dem, den er liebt. Und immer wenn die Liebe im Herzen stärker wird, wird die gute Tat und das Unterlassen von Zuwiderhandlungen stärker. Die Sünde und Zuwiderhandlung entspringen nämlich aus einer schwachen Liebe. Und es gibt einen Unterschied zwischen Jemandem, den das Unterlassen der Sünde seines Herrn gegenüber seine Angst vor seiner Bestrafung leitet, und zwischen Jemandem, den seine Liebe zu seinem Herrn dazu leitet.

6. Die Ehre der Seele, ihre Reinheit, ihr Vorzug, ihr Stolz und ihr Eifer davor, dass sie die Mittel aussucht, welche sie herunter machen, ihre Stellung vermindern und sie mit den Niedrigen gleichstellt.

7. Das starke Wissen über das böse Ende der Sünde, ihre schändlichen Spuren und der entstandene Schaden daraus, wie ein schwarzes Gesicht, Dunkelheit im Herzen, Enge, Sorgen, Trauer, Schmerzen und Beschränkung des Herzens, starke Sorgen und Verwirrung, Schwäche im Angesicht des Feindes, die Entblößung der Schönheit, Verwirrung in den Angelegenheiten, vom Beschützer und Helfer verlassen zu werden, vom klaren Feind übernommen zu werden, dass das Wissen, das für einen vorbereitet war, verborgen bleibt, dass man das, was man erlangt hat, vergisst oder es unausweichlich abschwächt und die Krankheit, die, wenn sie über einen herrscht, den unausweichlichen Tod bedeutet. Denn die Sünden lassen die Herzen sterben.
Im Großen und Ganzen: Die schändlichen Spuren der Sünde sind mehr als dass sie der Diener zu Wissen vermag. Genauso die guten Taten. Denn das Gute im Dies- und Jenseits, mit allem, was darin ist, befindet sich in der Gehorsamkeit Allahs gegenüber. Und das Böse im Dies- und Jenseits, mit allem, was darin ist, befindet sich in der Zuwiderhandlung Allahs. Und in einigen Überlieferungen sagte Allah -gepriesen und erhaben ist Er-: „Wer hat Mir je gehorcht und wurde dadurch unglücklich? Und wer hat sich Mir je widersetzt und wurde dadurch glücklich?“

8. Dass man von einer kurzen Lebensdauer ausgeht und das Wissen darüber, dass man schnell ins nächste Leben eintritt. Wie ein Reisender, der ein Dorf betritt und fest davon entschlossen ist es zu verlassen. Oder wie ein Reiter, der unter dem Schatten eines Baumes einen Mittagsschlaf hält und es anschließend verlässt. Durch das Wissen über ein kurzes Leben ist man danach bestrebt alles wegzulassen, was einem das Tragen erschwert, einen schadet und nichts nützt. Man ist danach bestrebt auf beste Weise ins nächste Leben einzutreten. Denn es gibt für den Diener nichts nützlicheres als das Wissen über ein kurzes Leben. Und es gibt nichts schädlicheres als die Hoffnung auf ein langes Leben.

9. Dass sich Fernhalten von überschüssigem Essen, Trinken, Kleidung, Schlafen und Beisammensein mit Menschen. Denn das starke Motiv der Sünden entsteht durch diese überschüssigen Dinge. Denn sie suchen einen Abzugskanal, bei dem erlaubte Dinge zu eng sind, wodurch sie zum Verbotenen übergehen. Und zu den schädlichsten Dingen für den Diener gehören seine Untätigkeit (Arbeitslosigkeit) und Freizeit, denn die Seele bleibt nicht untätig sitzen. Es ist sogar so, dass, wenn sie nicht mit Dingen beschäftigt wird, die ihr nützen, sie sich mit Dingen beschäftigt, die ihr schaden.

10. Diese Ursache vereint alle anderen: Und diese ist der standhafte Baum des Glaubens im Herzen. Denn die Geduld des Dieners bei Sünden entspricht vielmehr der Stärke seines Glaubens. Immer wenn der Glaube stärker wird, wird die Geduld vollkommener. Und wenn der Glaube schwächer wird, wird auch die Geduld schwächer. Wenn das Herz einer Person gefüllt ist vom Glauben daran, dass Allah sie beobachtet und sieht, ihr das verbietet, was er ihr verboten hat, zornig auf die Person wird, die es begeht, und dessen Täter bestrafen wird, und mit dem Glauben an den Lohn, die Bestrafung, das Paradies und Höllenfeuer, so wird sie sich weigern nicht nach diesem Wissen zu handeln. Und wer glaubt, dass er die Kraft hat von Zuwiderhandlungen und Sünden abzulassen, ohne einen starken, tiefen Glauben, der liegt falsch. Wenn die Lampe des Glaubens im Herzen stärker wird und alle Seiten beleuchtet, geht dieses Licht auf die Körperteile über und strömt zu ihnen aus. Somit beeilen sie sich schnell dem Rufer des Glaubens zu erwidern und geben sich ihm gehorsam, demütig - weder schwermütig noch verhasst - hin. Vielmehr werden sie über diesen Ruf froh sein, so wie der Mann sich über die  Einladung seines wohltätigen Lieblings freut. Denn zu jeder Zeit erwartet er seinen Rufer und bereitet sich für sein Eintreffen vor. Und Allah zeichnet mit Seinem Erbarmen aus, wen Er will, und Allah besitzt große Huld.“

Aus „Tariq Al-Hijratain“ (S. 408-414), gekürzt.

Vom Muslim wird verlangt, dass er die Realität von dem erkennt, was Allah von ihm vom Fasten will, und dass Er das Motiv zur Begehung der Sünde erkennt, sodass er sich von ihr fern hält, von ihr ablässt und sie hasst. Und was wir von Ibn Al-Qayyim angeführt haben, erklärt dies und legt es auf beste Weise dar.

Siehe auch die Frage Nr. 12468.

Und Allah weiß es am besten.

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