Samstag 7 Rabii' Ath-Thaany 1440 - 15 Dezember 2018
German

Die Reue, die gewaltigste Säule der Taubah

Frage

Ich habe Taubah gemacht, indem ich die Sünden (und Ungehorsamkeiten) unterlassen und mich dazu entschlossen habe nicht wieder (zu diesen Sünden) zurückzukehren, nur dass ich im Herzen keine Reue empfinde. Wie kann ich dieses Gefühl der Reue erlangen. Die Verwirklichung dessen ist schwer, da die Reue keine Handlung ist und nicht in den Händen der Person liegt. Sie ist ein Gefühl und keine Tat, und man kann sich die Gefühle nicht auswählen. Wie führt man die Verpflichtung der Reue aus, wenn sie doch keine Handlung des Reuenden ist und nicht in seiner Macht? Und soll ich Allah bitten mich Reue im Herzen empfinden zu lassen?

Inhalt der Antwort

Alles Lob gebührt Allah.

Die richtigen Bedingungen der Taubah sind:
1. Das Unterlassen (Verlassen) der Sünde.

2. Das Bereuen dessen, was geschah.

3. Das Sich-Entschließen nicht wieder zu dieser Sache zurückzukehren.

Wenn die Taubah mit dem Unrecht gegenüber anderen im Zusammenhang steht, sei es bezüglich des Vermögens, der Ehre (Würde) oder Seele (der Person an sich), so gibt es eine weitere Bedingung für die Reue, nämlich
4. Das Bitten des Geschädigten um Vergebung bzw. die Zurückgabe seines Rechts (Wiedergutmachung).

Für mehr Informationen über zur Taubah und ihren Bedingungen siehe die Fragen Nr. (13990) und (182767).

Das Bereuen (Bedauern, Reue) ist die Hauptbedingung bzw. die gewaltigste Säule der Taubah. Aus diesem Grund sagte der Gesandte -Allahs Segen und Frieden auf ihm- „Das Bereuen ist Taubah.“
Schaik Al-Albani hat die Überlieferung in „Sahihu Ibni Majah“ für authentisch (Sahih) erklärt.

Einige Gelehrte sagten sogar:
„Für die Taubah ist die Verwirklichung der Reue ausreichend. Das Unterlassen der Sünden und die Entschlossenheit nicht wieder zurückzukehren wird nicht bedingt, da diese zwei ihre Begleiterscheinungen sind und nicht zum Fundament gehören.“

Siehe dazu „Fathu-l-Bari“ (13/471).

Al-Qari -möge Allah ihm barmherzig sein- sagte:
„‚Das Bereuen ist Taubah‘, da die anderen Säulen daraus resultieren, sei es das Unterlassen (Verlassen) der Sünde, die Entschlossenheit nicht zurückzukehren, die Begleichung des Unrechts anderen gegenüber, soweit man dazu in der Lage ist etc… Mit Bereuen ist gemeint, dass man die Sünde bereut, mit dem Wissen, dass es eine Sünde bzw. Ungehorsam ist und nicht etwas anderes.“

Die Bedeutung von „An-Nadam“ (Reue/Bereuen) ist Trauer (Al-Huzn), oder tiefste Trauer, wie es im Wörterbuch „Lisanu-l-ˈArab“ (1/79) und (6/4386) angeführt wurde.

Der Autor erläuterte das Bereuen (An-Nadam) mit dem Bedauern (Al-Asaf), und das Bedauern wiederum mit der Trauer (Al-Huzn) bzw. der tiefsten Trauer.

Wir erwähnten bereits, dass Al-Qari das Bereuen (An-Nadam) mit Trauer (An-Nadamah bzw. Al-Huzn) erläuterte, und zwar das Bereuen einer schlechten Tat (Sünde), weil es auch eine solche ist und nichts anderes.

Das bedeutet, dass jeder, der Trauer über seine schlechte Tat (Sünde/Ungehorsam) empfindet, er die geforderten Reue (An-Nadam) erfüllt hat, die mit der Taubah gemeint ist.

Wenn diese Reue ehrlich ist, so wird der Sünder die Sünde unterlassen und sich entschließen diese nicht ein weiteres Mal zu begehen. Dadurch wird die Taubah vervollständigt und ihre Bedingungen erfüllt.

Dieses macht deutlich, dass dein Unterlassen der Sünde und die Entschlossenheit diese nicht wieder zu begehen, ein Hinweis für das Sich-Ereignen der Reue in deinem Herzen ist. Lass von diesen teuflischen Einflüsterungen ab (und ignoriere sie), durch welche dich der Satan dazu bringen will zu denken, dass du keine Taubah gemacht hast, oder dass die Taubah unmöglich ist, oder du dazu nicht in der Lage bist. Er will dich damit in Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit bringen, sowie zum Glauben, dass das Tor der Taubah vor dir verschlossen ist.

Wir bitten Allah -erhaben sei Er- uns allen Zuflucht vor dem verfluchten Satan zu gewähren, und uns wahrhaftige Reue und Taubah zu ermöglichen.

Und Allah weiß es am besten.

Sende deine Anmerkungen