Mittwoch 4 Rabii' Ath-Thaany 1440 - 12 Dezember 2018
German

Die Bedeutung des Glaubens an die Vorherbestimmung (Al-Qadar)

Frage

Was bedeutet der Glaube an die Vorherbestimmung?

Inhalt der Antwort

Alles Lob gebührt Allah.

„Al-Qadar“ ist Allahs -erhaben ist Er- Bestimmung für alles, was im Universum geschieht, gemäß Seinem Wissen zuvor und je nachdem, wie es Seine Weisheit erfordert.

Der Glaube an die Vorherbestimmung beinhaltet vier Angelegenheiten:

1. Der Glaube, dass Allah -erhaben ist Er- ausnahmslos alles weiß, sowohl den Anfang als auch das Ende, egal ob es mit Seinen -gepriesen ist Er- Taten oder den Taten Seiner Diener zusammenhängt.

2. Der Glaube, dass Allah -erhaben ist Er- dies auf der wohlbewahrten Tafel niederschrieb.

Über diese beiden Angelegenheiten sagte Allah -erhaben ist Er-: „Weißt du denn nicht, dass Allah weiß, was im Himmel und auf der Erde ist? Gewiss, das steht in einem Buch; gewiss, das ist Allah ein leichtes.“ [Al-Hajj:70]

Im Sahih-Werk von Muslim (2653) steht, dass 'Abdullah Ibn 'Amr Al-'Aas -möge Allah mit beiden zufrieden sein- berichtete, dass er den Gesandten Allahs -Allahs Segen und Frieden auf ihm- sagen hörte: „Allah schrieb die Bestimmungen der Geschöpfe nieder, fünfzigtausend Jahre bevor Er Himmel und Erde erschuf.“

Der Prophet -Allahs Segen und Frieden auf ihm- sagte auch: „Das Erste, was Allah erschuf, war der Stift (das Schreibrohr). Er sagte ihm: „Schreib!“ Er fragte dann: „Was soll ich schreiben?“ Er sagte: „Schreib die Bestimmungen aller Dinge, bis die Stunde eintrifft.“ Überliefert von Abu Dawud (4700) und Al-Albani stufte dies in „Sahih Abi Dawud“ als authentisch ein.

3. Der Glaube, dass alle geschaffenen Dinge nur durch den Willen Allahs -erhaben ist Er- sein können.

Egal ob es hier mit Seinen -gepriesen und erhaben ist Er- Taten oder den Taten der Geschöpfe zusammenhängt.

Allah -erhaben ist Er- sagte über das, was sich auf Seine Taten bezieht: „Und dein Herr erschafft, was Er will, und wählt.“ [Al-Qasas:68]

Er sagte auch: „Allah tut, was Er will.“ [Ibrahim:27]

Und: „Er ist es, Der euch im Mutterleib gestaltet, wie Er will.“ [Aal Imran:6]

Und über das, was sich auf die Taten der Geschöpfe bezieht, sagte Er -erhaben ist Er-: „Und wenn Allah gewollt hätte, hätte Er ihnen wahrlich Gewalt über euch gegeben, und dann hätten sie gegen euch wahrlich gekämpft.“ [An-Nisa:90]

Und: „Und wenn dein Herr gewollt hätte, hätten sie es nicht getan.“ [Al-An'am:112]

Somit geschahen alle Geschehnisse, Taten und Geschöpfe nur mit Allahs -erhaben ist Er- Willen. Denn was Allah will, das ist, und was Er nicht will, das ist nicht (oder: war nie).

4. Der Glaube, dass alle geschaffenen Dinge von Allah mit ihren Wesen, Eigenschaften und Bewegungen erschaffen wurden.

Allah -erhaben ist Er- sagte: „Allah ist der Schöpfer von allem, und Er ist Sachwalter über alles.“ [Az-Zumar:62]

Und: „… und alles erschaffen und ihm dabei sein rechtes Maß gegeben hat.“ [Al-Furqan:2]

Und: „Wo doch Allah euch und das, was ihr tut, erschaffen hat.“ [As-Saffat:96]

Wenn der Mensch an diese Angelegenheiten glaubt, so glaubt er an die Vorherbestimmung auf richtige Art und Weise.

Der Glaube an die Vorherbestimmung, nach dem, wie wir beschrieben haben, verneint nicht, dass der Diener einen Willen und Kraft im Bezug auf seine freiwilligen Taten hat. Denn er kann sich entscheiden, ob er etwas tut oder nicht, solange dies im Bereich des Möglichen ist, ob er gute Taten vollbringt oder sie unterlässt und ob er Sünden begeht oder sie unterlässt. Und sowohl die islamische Gesetzgebung als auch die Realität beweisen, dass der Diener diesen Willen hat.

Was die islamische Gesetzgebung angeht, so hat Allah -erhaben ist Er- bereits über den Willen gesagt: „Das ist der wahrhaftig (eintreffende) Tag. Wer nun will, nimmt zu seinem Herrn eine Heimkehr.“ [An-Naba:39]

Er sagte auch: „So kommt zu eurem Saatfeld, wann und wie ihr wollt.“ [Al-Baqara:223]

Und er sagte über die Kraft: „Daher fürchtet Allah, soweit ihr könnt.“ [At-Taghabun:16]

Und: „Allah erlegt keiner Seele mehr auf, als sie zu leisten vermag. Ihr kommt (nur) zu, was sie verdient hat, und angelastet wird ihr (nur), was sie verdient hat.“ [Al-Baqara:286]

Diese Verse bestätigen, dass der Mensch einen Willen und die Kraft hat, wodurch er tun und lassen kann, was er will.

Was die Realität betrifft, so weiß jeder Mensch, dass er einen Willen und Kraft besitzt, wodurch er Dinge tun und lassen kann. Es wird hier unterschieden zwischen Dingen, die gewollt passieren, wie das Laufen, und Dingen, die ungewollt geschehen, wie das Zittern. Der Wille und die Kraft des Dieners aber geschehen nur durch den Willen und die Kraft Allahs -erhaben ist Er-, denn Allah -erhaben ist Er- sagte: „Für jemanden von euch, der sich recht verhalten will. Und ihr könnt nicht wollen, außer dass Allah will, (Er), der Herr der Weltenbewohner.“ [At-Takwir:28-29]

Und da das gesamte Universum Allah -erhaben ist Er- gehört, gibt es in Seinem Besitz nichts ohne Sein Wissen und Seinem Willen.

Und Allah -erhaben ist Er- weiß es am besten.

Siehe „Risala Scharh Usul Al-Iman“ von Schaikh Ibn Uthaimin.

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