Samstag 7 Rabii' Ath-Thaany 1440 - 15 Dezember 2018
German

Anstandsregeln für die Hajj und 'Umra

Frage

Ich habe auf Ihrer Seite die Art und Weise der Hajj und 'Umra gelesen. Gibt es aber auch Anstandsregeln, an die sich der Pilger halten soll?

Inhalt der Antwort

Alles Lob gebührt Allah.

Er -erhaben ist Er- sagte: „Die (Zeit der) Pilgerfahrt (sind) bekannte Monate. Wer in ihnen die (Durchführung der) Pilgerfahrt beschlossen hat, der darf keinen Beischlaf ausüben, keinen Frevel begehen und nicht Streit führen während der Pilgerfahrt. Und was ihr an Gutem tut, Allah weiß es. Und versorgt euch mit Reisevorrat, doch der beste Vorrat ist die Gottesfurcht. Und fürchtet Mich, o die ihr Verstand besitzt!“ [Al-Baqara:197]

Demnach soll sich der Diener an die Riten der Hajj auf ehrbare, liebende und demütige Art vor Allah, dem Herrn der Welten, vollziehen. So soll er sie mit innerer Ruhe und gemäß dem Beispiel des Gesandten -Allahs Segen und Frieden auf ihm- verrichten.

Diese großen Riten soll er dafür (aus)nutzen, indem er Allahs gedenkt, den Takbir (Allahu Akbar), Tasbih (Subhanallah) und Tahmid (Alhamdulillah) sagt und Ihn um Vergebung bittet. Denn es ist ein Gottesdienst, der ab dem Zeitpunkt beginnt, in dem er in den Weihezustand eintritt bis er diesen verlässt. Somit ist die Hajj kein Ausflug, in dem man Spaß haben kann, wie man will, so wie man es bei einigen Leuten sieht. So siehst du, wie einige maßlos spielen, lachen, sich über die Schöpfung Allahs lustig machen und weitere verwerfliche Taten. Als würde man zur Hajj gehen, um zu spielen.

Der Pilger und Andere müssen alles bewahren, was Allah ihnen auferlegt hat, wie das Gemeinschaftsgebet zu seiner Zeit und das Gebieten des Guten und Verbieten des Schlechten.

Er soll sich dazu bemühen für die Muslime ein Nutzen zu sein, sie gut zu behandeln, indem er ihnen bei Bedarf hilft, mit ihren Schwachen, in Situationen, wie beim Gedränge, barmherzig zu sein etc.. Denn die Barmherzigkeit der Schöpfung gegenüber bringt die Barmherzigkeit des Schöpfers, und Allah ist mit Seinen barmherzigen Dienern barmherzig.

Er soll es unterlassen obszön zu reden, Sünden zu begehen und über Dinge zu diskutieren, um die Wahrheit zu verteidigen. Wenn er aber diskutiert, um die Wahrheit zu verteidigen, dann ist dies dementsprechend eine Pflicht. Er soll es auch unterlassen die Leute ungerecht zu behandeln und ihnen Schaden zuzufügen, indem er über sie lästert, sie verleumdet, beleidigt, schmäht, schlägt oder auf fremde Frauen schaut. Denn dies ist sowohl im als auch außerhalb des Weihezustands verboten, wodurch der Verbot im Weihezustand schwerwiegender ist.

Außerdem soll man sich von Dingen fern halten, die viele Menschen erfunden haben. Unter anderem einige Worte, die man an den Kultstätten nicht sagen sollte, wie die Aussage, wenn man die Jamarat bewirft: „Wir bewerfen den Satan (Ramaina Asch-Schaitan).“ Es kann sogar sein, dass sie die Kultstätte schmähen oder auf sie mit ihren Schuhen/Sandalen einschlagen etc.. All dies ist mit der Demut und dem Gottesdienst unvereinbar und steht mit der Intention, die hinter dem Bewerfen der Jimaar steckt, was die Verrichtung des Gedenkens an Allah -der Mächtige und Gewaltige- ist, im Widerspruch.

Quelle: „Kitab Al-Manhaj li Murid Al-'Umra wa Al-Hajj“ von Schaikh Muhammad Ibn 'Uthaimin.

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