Donnerstag 18 Safar 1441 - 17 Oktober 2019
German

Der Einfluss einer Betaferon-Spritze auf das Fasten und was macht man, wenn man danach viel Wasser und Nahrung braucht?

Frage

In meiner Frage geht es um meinen Bruder. Er wird gegen multipler Sklerose mit Betaferon-Spritzen behandelt. Und diese Spritzen gehen in/unter die Haut. Der Arzt hat gesagt, dass der Patient nach der Spritze viel Wasser, damit die Nieren nicht schwach werden, und gute Nahrung für den Körper braucht. Der Arzt hat auch gesagt, dass er nicht fasten solle, aber wenn er es kann, dann soll er es tun und er soll die Absicht fassen zu Fasten bevor der Monat Ramadan eintritt. Ich wollte auch anmerken, dass mein Bruder nur dann nicht fastet, wenn er die Spritze bekommt. Ich bitte um eine Erklärung für diese Angelegenheit.

Inhalt der Antwort

Alles Lob gebührt Allah.

Erstens:

Spritzen, über die keine Nahrung verabreicht werden, brechen nicht das Fasten. Dies haben wir in der Antwort auf die Frage Nr. 49706 dargelegt.

Zweitens:

Wenn derjenige, der diese Spritzen verabreicht bekommt, anschließend viel Wasser und Nahrung braucht, dann muss überprüft werden, ob er es bis in die Zeit nach dem Fastenbrechen aufschieben kann, ohne dabei Nachteile/Schäden oder Beschwerlichkeiten zu erleiden, dann ist dies für ihn nämlich verpflichtend.

Doch wenn das Aufschieben bis zum Fastenbrechen Nachteile/Schäden mit sich bringt, indem sich beispielsweise die Krankheit verschlimmert, dann soll man Wasser und Nahrung zu sich nehmen und an dem Tag, an dem man die Spritze die verabreicht bekommt, nicht fasten.

Und wenn das Aufschieben zwar keine Schäden mit sich bringt, aber mühselig ist, dann ist es erwünscht nicht zu fasten und verpönt zu fasten.

Schaikh Ibn 'Uthaimin -möge Allah ihm barmherzig sein- sagte: „Im Bezug auf den Kranken gibt es mehrere Fälle:

Erstens: Das Fasten hat keinen Einfluss auf ihn, wie bei leichtem Schnupfen, Kopfschmerzen, Zahnschmerzen etc.. In diesem Fall ist es nicht erlaubt das Fasten (vor dem Abendgebet) zu brechen, auch wenn einige Gelehrten sagten, dass es aufgrund folgenden Verses erlaubt sei: „Wer jedoch krank ist.“ [Al-Baqarah:185] Wir aber sagen, dass dieses Urteil durch einen Entscheidungsgrund (Illah) begründet wird. Dieser ist, dass das Nicht-Fasten milder für ihn ist, weshalb wir sagen, dass es besser ist. Wenn die Krankheit aber keinen Einfluss auf das Fasten hat, dann muss man fasten.

Zweitens: Das Fasten fällt einem schwer, schadet aber nicht. In diesem Fall ist das Fasten verpönt und es gehört zur Sunnah dann nicht zu fasten.

Drittens: Das Fasten schadet und fällt einem schwer, wie bei jemandem, der an Nierenversagen, Diabetes etc. leidet. In diesem Fall ist das Fasten verboten.

Dadurch erkennen wir den Fehler mancher sich Bemühenden und Kranken, denen das Fasten schwer fällt oder sogar schadet, jedoch weigern sie sich ihr Fasten zu brechen.

Denen sagen wir, dass sie sich irren, da sie weder die Großzügigkeit Allahs -der Mächtige und Gewaltige- noch Seine Erleichterungen annehmen und sich selbst schädigen. Und Allah -der Mächtige und Gewaltige- sagte: „Und tötet euch nicht selbst (gegenseitig).“ [An-Nisaa:29]“ Aus „Asch-Scharh Al-Mumti'“ (6/352).

Und Allah weiß es am besten.

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