Samstag 17 Rabii' Ath-Thaany 1441 - 14 Dezember 2019
German

Der Vorzug des Tarawih-Gebets

Frage

Was ist der Vorzug des Tarawih-Gebets?

Inhalt der Antwort

Alles Lob gebührt Allah.

Erstens:

Das Tarawih-Gebet ist, gemäß der Übereinstimmung der Gelehrten, eine wünschenswerte Sunnah. Es gehört zum Gebet in der Nacht und ist somit in den Beweisen aus dem Quran und der Sunnah, die zum Gebet in der Nacht anspornen und über den Vorzug dessen aufklären, mit inbegriffen. Einige davon wurden in der Frage Nr. 50070 angeführt.

Zweitens:

Das freiwillige Gebet in der Nacht im Ramadan gehört zu den gewaltigsten gottesdienstlichen Handlungen, durch die der Diener seinem Herrn, in diesem Monat, näher kommt.

Al-Hafidh Ibn Rajab sagte: „Wisse, dass sich für den Gläubigen im Monat Ramadan zwei Arten von Jihad einen: Ein Jihad tagsüber durch das Fasten und ein Jihad in der Nacht durch das Gebet. Wer diese beiden Arten des Jihad vereint, dem wird sein Lohn ohne Berechnung in vollem Maße zukommen.“

Es wurden einige Hadithe überliefert, in denen dazu angespornt wird in der Nacht des Ramadan zu beten und der Vorzug dessen erklärt wird. Dazu gehört:

Al-Bukhary (37) und Muslim (759) überlieferten, über Abu Hurairah, dass der Gesandte Allahs -Allahs Segen und Frieden auf ihm- sagte: „Wer in den Nächten des Ramadan betet, aus Glauben heraus und Hoffnung auf den Lohn Allahs, dem werden seine vergangenen Sünden vergeben.“

Ibn Al-Mundhir war davon überzeugt, dass sowohl die kleinen als auch die großen Sünden damit gemeint sind, jedoch sagte An-Nawawi: „Bei den Rechtsgelehrten ist bekannt, dass sich dies nur auf die Vergebung von kleinen Sünden, nicht von großen Sünden, bezieht.“ Einige sagten: „Es kann auch bedeuten, dass die Last der großen Sünden vermindert wird, wenn es keine kleinen Sünden gibt.“ Aus „Fath Al-Baari“.

Drittens:

Der Gläubige sollte danach bestrebt sein in den letzten zehn Nächten vom Ramadan, sich mehr Mühe in gottesdienstlichen Handlungen zu geben als in den anderen Tagen. Denn in diesen zehn Nächten ist Lailatu Al-Qadr, über das Allah -erhaben ist Er- sagte: „Die Nacht der Bestimmung ist besser als tausend Monate.“ [Al-Qadr:3]

Und vom Propheten -Allahs Segen und Frieden auf ihm- wurde über das Gebet darin berichtet: „Wer in der Nacht der Bestimmung (Lailatu Al-Qadr) betet, aus Glauben heraus und Hoffnung auf den Lohn, dessen vergangenen Sünden werden vergeben.“ Überliefert von Al-Bukhary (1768) und Muslim (1268).

Deshalb pflegte der Gesandte Allahs -Allahs Segen und Frieden auf ihm- sich in den letzten zehn Nächten so anzustrengen, wie er es in den anderen Tagen nicht tat. Dies überlieferte ebenfalls Muslim (1175).

Al-Bukhary (2024) und Muslim (1174) überlieferten über 'Aischa -möge Allah mit ihr zufrieden sein-, dass sie sagte: „Der Prophet -Allahs Segen und Frieden auf ihm- pflegte, wenn die letzten zehn Tage vom Ramadan eintrafen, sein Untergewand festzubinden, seine Nächte zu beleben und seine Familie (für das Gebet) aufzuwecken.“

„Sein Untergewand festzubinden“: Man sagt es ist eine Umschreibung, dafür sich in gottesdienstlichen Handlungen anzustrengen. Andere sagen, dass es eine Umschreibung dafür ist, sich von seinen Frauen fernzuhalten. Beide Bedeutungen aber sind gemeinsam annehmbar.

An-Nawawi sagte: „Aus diesem Hadith wird entnommen, dass es wünschenswert ist, noch mehr gottesdienstliche Handlungen in den letzten Zehn Tagen vom Ramadan zu verrichten und die Nächte mit gottesdienstlichen Handlungen zu beleben.“

Viertens:

Man sollte danach bestrebt sein, das (freiwillige) Gebet in der Nacht im Ramadan in der Gemeinschaft zu verrichten und mit dem Imam zu verweilen, bis er das Gebet vervollständigt hat. Denn dadurch erlangt der Betende den Lohn, als würde er die gesamte Nacht über gebetet haben, auch wenn man nur in einer kurzen Zeit der Nacht gebetet hat. Und Allah -erhaben ist Er- besitzt große Huld.

An-Nawawi -möge Allah ihm barmherzig sein- sagte: „Die Gelehrten waren sich darüber einig, dass das Tarawih-Gebet wünschenswert ist, jedoch waren sie sich darüber einig, ob es besser ist, das Gebet alleine Zuhause zu verrichten oder in der Moschee mit der Gemeinschaft. Asch-Schafi'i und die Mehrheit seiner Gefährten, Abu Hanifah, Ahmad, einige Malikiten und andere sagten, dass es in der Gemeinschaft besser sei, so wie es 'Umar Ibn Al-Khattab -möge Allah mit ihm zufrieden sein- tat und die Muslime dies weiterhin vollziehen.“

At-Tirmidhi (806) überlieferte, über Abu Dharr, dass der Gesandte Allahs -Allahs Segen und Frieden auf ihm- sagte: „Wer mit dem Imam (im Ramadan) in der Nacht betet, bis er weggeht, dem wird das Gebet einer (gesamten) Nacht niedergeschrieben.“ Al-Albani stufte dies in „Sahih At-Tirmidhi“ als authentisch ein.

Und Allah weiß es am besten.

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