Freitag 6 Rabii' Ath-Thaany 1440 - 14 Dezember 2018
German

Was soll der Nicht-Araber mit den Adhkar des Gebets machen?

Frage

Ich bin, und alles Lob gebührt Allah, zum Islam konvertiert, jedoch verstehe ich die arabische Sprache nicht. Was soll ich also bezüglich der Adhkar (Gedenken Allahs) des Gebets und der Korenrezitation darin machen?

Inhalt der Antwort

Alles Lob gebührt Allah.

Die Mehrheit der Rechtsgelehrten sind der Meinung, dass, wenn der Nicht-Araber die arabische Sprache beherrscht, es für ihn nicht genügt den Takbir in einer anderen Sprache zu sprechen. Der Beweis ist, dass die islamischen Texte auf diese Aussprache, welche arabisch ist, angeordnet wurden. Und der Prophet, Allahs Segen und Frieden auf ihm, ist davon nicht abgewichen.

Wenn aber der Nicht-Araber die arabische Sprache nicht beherrscht und nicht in der Lage ist sie auszusprechen, dann genügt es ihm, bei der Mehrheit der Rechtsgelehrten, dass er den Takbir in seiner Sprache spricht, nachdem dessen Bedeutung vom Arabischen übersetzt wurde, gemäß dem, was die Schafi’iten und Hanbaliten darüber erklärten, welche Sprache diese auch immer ist. Denn der Takbir ist das Gedenken Allahs (Dhikr Allah), erhaben sei Er, und das Gedenken Allahs, erhaben sei Er, kann in jeder Sprache erlangt werden. Somit ist eine andere Sprache als Arabisch eine Alternative dafür und man muss dies lernen. Auf diese Meinungsverschiedenheit beruhen alle Adhkar des Gebets, vom Taschahhud, dem Qunut, der Du’a und den Tasbihat der Verbeugung und Niederwerfung.

Was die Koranrezitiation betrifft, so ist die Mehrheit der Meinung, dass es nicht erlaubt ist ihn in einer anderen Sprache als Arabisch zu rezitieren. Der Beweis, dass dies nicht erlaubt ist, ist Allahs, erhaben sei Er, Aussage:

„Wir haben es als einen arabischen Koran hinab gesandt.“

[Yusuf 12:2]

Außerdem ist der Koran sowohl im Wortlaut als auch in der Bedeutung ein Wunder und wenn er verändert wird, tritt er aus seiner Dichtung/seinem System aus. Somit ist es kein Koran, sondern eine Erläuterung davon. („Enzyklopädie der Rechtswissenschaften“, Band 5: A’jami).

Ibn Qudaama, möge Allah ihm barmherzig sein, sagte:

„Es genügt ihm nicht mit einer anderen Sprache als Arabisch zu rezitieren, oder den Wortlaut durch den arabischen zu ersetzen, egal ob man die Rezitation im Arabischen beherrscht oder nicht, da Allah, erhaben sei Er, sagt: „einen arabischen Koran.“ [Yusuf 12:2]

Und Er, erhaben sei Er, sagt: „In deutlicher arabischer Sprache.“ [Asch-Schu’araa 26:195] Und da der Koran ein Wunder ist: in seinem Wortlaut und seiner Bedeutung, tritt er aus seiner Dichtung/seinem System aus, wenn er verändert wird. So ist es weder ein Koran noch ähnelt es ihm, vielmehr ist es eine Erläuterung davon. Und wenn die Erläuterung ähnlich (dem Koran) wäre, dann würden sie nicht dazu unfähig sein, als Er sie herausforderte eine Sure wie diese zu bringen.

Und wenn man die Rezitation auf Arabisch nicht beherrscht, muss man sie lernen. Und wenn man dies nicht tut, auch wenn man dazu in der Lage ist, ist das Gebet ungültig. Doch wenn man dazu nicht in der Lage ist oder befürchtet die Zeit zu verpassen, aber einen Vers von Al-Fatiha (1) kennt, soll man diesen sieben Mal wiederholen.

Wenn man auch davon mehr als das beherrscht, soll man dies dementsprechend wiederholen. Es ist möglich, dass man mit den anderen Versen kommt. Wenn man aber nur einen Teil eines Verses kennt, muss man diesen nicht wiederholen, stattdessen rezitiert man eine andere, da der Prophet, Allahs Segen und Frieden auf ihm, demjenigen angeordnet hat, der den Koran nicht beherrscht, zu sagen: „Alles Lob gebührt Allah (Alhamdu Lillah)“, und andere Stellen, die ein Teil eines Verses sind. Doch er ordnete ihm nicht an diesen zu wiederholen. Und wenn man davon nichts beherrscht, aber andere Suren/Verse vom Koran auswendig kann, soll man diese entsprechend rezitieren, wenn man dazu in der Lage ist.

Und nichts anderes wird genügen, da Abu Dawud von Rifa’a ibn Rafi‘ überlieferte, dass der Prophet, Allahs Segen und Frieden auf ihm, sagte:

„Wenn du zum Gebet aufstehst und etwas vom Koran kennst, dann rezitiere es, und wenn nicht, dann sprich den Tahmid, den Tahlil und den Takbir.“

Da dies zur selben Art gehört und somit besser ist. Man muss aber die(selbe) Anzahl an Versen rezitieren. Wenn man nichts vom Koran beherrscht und auch nicht dazu in der Lage ist zu lernen, bevor die Zeit vergeht, muss man sagen: „Subhanallah wal Hamdu Lillah wa La ilaha illa Allah wa Allahu Akbar wa la Haula wa la Quwwata illa Billah“ (Gepriesen sei Allah, alles Lob gebührt Allah, es gibt niemanden, der anbetungswürdig ist, außer Allah, Allah ist Größer und es gibt weder Macht noch Kraft, außer bei Allah), denn Abu Dawud überlieferte, dass ein Mann zum Propheten, Allahs Segen und Frieden auf ihm, kam und sagte: „Ich kann nichts vom Koran nehmen. So bringe mir etwas bei, was diesem gleichkommt.“ Daraufhin sagte er: „Sag: Subhanallah wal Hamdu Lillah wa la ilaha illa Allah wa Allahu Akbar wa la Haula wa la Quwwata illa Billah.“

Und Allah, erhaben sei Er, weiß es am besten.

Quelle: Schaikh Muhammad Salih al-Munajjid

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