Dienstag 10 Rabii' Ath-Thaany 1440 - 18 Dezember 2018
German

Fehler, die beim Besuch der Prophetenmoschee auftreten

Frage

Welche Fehler können beim Besuch der Prophetenmoschee geschehen?

Inhalt der Antwort

Alles Lob gebührt Allah.

„Die Fehler, welche einige Pilger beim Besuch der Prophetenmoschee begehen können, sind folgende:

Erstens:

Der Glaube einiger Pilger, dass der Besuch der Prophetenmoschee mit der Hajj zusammenhängt und dass es nicht erlaubt ist ohne dies die Hajj zu vollziehen. Einige Unwissende haben ihr sogar eine wichtigere Stellung als die der Hajj gestellt. Dies ist ein falscher Glaube. Denn es gibt keine Beziehung zwischen der Hajj und dem Besuch der Prophetenmoschee, da die Hajj ohne diesem vollkommen wird und genauso anders herum. Die Menschen aber haben sich schon seit langer Zeit daran gewöhnt den Besuch der Prophetenmoschee mit ihrer Hajj-Reise anzuknüpfen, da es schwer ist mehrmals zu verreisen. Genauso ist der Besuch der Prophetenmoschee nicht wichtiger als die Hajj, da die Hajj eine der Säulen des Islams und seiner gewaltigen Prinzipien ist. Beim Besuch der Prophetenmoschee hingegen ist es nicht so. Wir kennen auch keinen Gelehrten, der sagt, dass es verpflichtend ist die Prophetenmoschee oder das Grab des Propheten -Allahs Segen und Frieden auf ihm- zu besuchen.

Und was die Überlieferung vom Propheten -Allahs Segen und Frieden auf ihm- angeht, in der er sagte: „Wer die Hajj vollzieht und mich nicht besucht, der meidet mich/ist mir gegenüber grob.“ So ist dieser Hadith eine Lüge über den Gesandten -Allahs Segen und Frieden auf ihm- und widerspricht dem, was in der Religion bekannt ist. Und wenn er authentisch wäre, dann würde der Besuch seines Grabes zu den wichtigsten Pflichthandlungen gehören.

Zweitens:

Manche Besucher der Prophetenmoschee vollziehen um das Grab des Propheten -Allahs Segen und Frieden auf ihm- den Tawaf und reiben/schmiegen sich am Fenster und an den Wänden/Mauern des Zimmers (des Propheten). Es kann sogar sein, dass sie sie mit ihren Lippen küssen und ihre Wangen darauf legen. Und all dies sind verwerfliche Neuerungen. Denn der Tawaf um andere Dinge als die Kaaba ist eine verbotene Neuerung. Genauso ist das Berühren, Küssen und das Legen des Kopfes nur an den jeweiligen Stellen der Kaaba erlaubt. Wenn man also Allah -erhaben ist Er- mit solchen Dingen an den Wänden/Mauern des Zimmers (des Propheten) anbetet, so entfernt man sich Allah nur noch mehr.

Drittens:

Einige Besucher schmiegen sich an der Mihrab, der Minbar oder den Mauern der Moschee. Und all dies sind Neuerungen.

Viertens:

Und dies ist das Schlimmste: Manche Besucher sprechen zum Propheten -Allahs Segen und Frieden auf ihm- Bittgebete, damit ihre Probleme verschwinden und Wünsche erfüllt werden. Dies ist großer Götzendienst (Schirk Akbar), der einen aus der Religion wirft, womit Allah und Sein Gesandter nicht zufrieden/einverstanden sind. Allah -erhaben ist Er- sagte: „Und die Gebetsstätten gehören doch Allah; so ruft neben Allah niemanden an.“ [Al-Jinn:18]

Er -erhaben ist Er- sagte: „Euer Herr sagt: "Ruft Mich an, so erhöre Ich euch. Gewiss, diejenigen, die sich aus Hochmut weigern, Mir zu dienen, werden in die Hölle gedemütigt eingehen.““ [Ghafir:60]

Er -erhaben ist Er- sagte auch: „Wenn ihr ungläubig seid, so ist Allah eurer unbedürftig, obgleich Er mit dem Unglauben für Seine Diener nicht zufrieden ist.“ [Az-Zumar:7]

Und wenn der Prophet -Allahs Segen und Frieden auf ihm- es verwarf, dass ihm Jemand sagte: „Was Allah und du wollen.“ Daraufhin sagte der Prophet -Allahs Segen und Frieden auf ihm-: „Hast du mich Allah etwa gleichgestellt? (Sag vielmehr:) Was Allah Allein will!“ Überliefert von Ibn Majah (2118).

Wie ist es dann mit Jemandem, der zum Gesandten Allahs -Allahs Segen und Frieden auf ihm- Bittgebete spricht, damit Probleme beseitigt und Vorteile erlangt werden, während er derjenige war, der sagte: „Sag (o Muhammad): Ich vermag mir selbst weder Nutzen noch Schaden (zu bringen), außer was Allah will.“ [Al-A'raaf:188]

Er sagte auch: „Sag (o Muhammad): Ich vermag euch weder Schaden noch Besonnenheit (zu bringen). Sag (o Muhammad): Niemand kann mir gegen Allah Schutz gewähren, und ich werde außer (bei) Ihm keinen Ort der Sicherheit finden.“ [Al-Jinn:21-22]

Demnach muss der Gläubige seine Hoffnungen und Wünschen auf Seinen Schöpfer und Gestalter zu setzen, Der alleinig in der Lage dazu ist seine Hoffnungen zu verwirklichen und seine Ängste zu vertreiben. Er muss auch das Recht/die Stellung seines Propheten -Allahs Segen und Frieden auf ihm- im Bezug darauf kennen, wie er an ihn glaubt, ihn liebt und ihm öffentlich und im Verborgenen folgt. Er muss Allah darum bitten darauf standhaft zu bleiben und er darf Allah -erhaben ist Er- nicht mit etwas anbeten, was Er nicht erlaubt hat.“

Quelle: Aus „Akhtaa' yaqa'u fiha Al-Haaj wa Al-Mu'tamir“ von Schaikh Muhammad Ibn 'Uthaimin -möge Allah ihm barmherzig sein-

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